Jan Grohmann-Falke © NDR.de Foto: Claudius Hinzmann

"wasfüreinjahr..." mit Jan Grohmann-Falke

Stand: 18.12.2020 15:57 Uhr

Jan Grohmann-Falke ist Meister für Veranstaltungstechnik. Er blickt zurück auf das vergangene Jahr 2020.

Im Rückblick: Was war 2020 für ein Jahr für Sie?

2020 war für uns ein Jahr der Achterbahnfahrt. Zunächst super gestartet, dann kompletter Einbruch. Mit unserer positiven Grundeinstellung sind wir schnell wieder auf die Ziellinie gekommen, anfänglich zwar nur mit Idealismus, auch mit vielen Rückschlägen, aber insgesamt mit Perspektive. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß unsere Branche existentiell beschädigt ist und die Folgen noch lange nicht absehbar sind. Viele gut gemeinte Hilfen scheitern an der Diversität unserer Branche. Andererseits meistert man Krisen mit Optimismus. Wir wollen uns der Zukunft stellen und freuen uns in Zukunft wieder Livekonzerte und Industrieveranstaltungen zu betreuen.

Was ging für Sie wegen Corona auf einmal nicht mehr?

Von heute auf morgen wurde unsere Dienstleistung nicht mehr gebraucht. Planungen waren nur noch "auf Sicht" möglich.

Und was haben Sie dann stattdessen gemacht?

Neue digitale Konzepte entwickelt und umgesetzt. Künstler und Kultur mit unseren Mitteln unterstützt. Studium der Wirtschaftshilfen. Marketing.

Welches Buch oder welche Musik oder was sonst hat Sie in dieser Zeit richtig froh gemacht und aufgebaut?

Richtig froh gemacht und aufgebaut? Wir hatten in der Coronazeit an die 100 Bands in unseren "virtuellen Veranstaltungszentrum". Diese Atmosphäre der Spielfreude und der Zusammenhalt unserer Mannschaft hat mich glücklich gemacht. Gemeinsam haben wir die Kultur am Leben gehalten.

Was hat die Zwangspause durch Corona für Sie Positives gebracht?

Ich habe viele Kontakte geknüpft um neue Wege und Ideen in die Tat umzusetzen und Menschen zu begeistern. Es hat sich erneut bestätigt, wie wichtig ein gutes Team ist.

Wie optimistisch schauen Sie auf 2021?

Wir haben große Pläne für die Umgestaltung unserer Räumlichkeiten und wollen die Möglichkeiten der Krise wie Investitions- und Innovationsmöglichkeiten nutzen, um uns für die Zeit danach fit zu machen. Unsere alternativen Formate wollen wir als weiteren Geschäftszweig weiter ausbauen.

Und sonst so?

Wir unterstützen alle Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie und sind froh, dass wir in einer echten Demokratie leben. Wir nehmen die Lage ernst, auch wenn wir direkt von den negativen Folgen der Einschränkungen betroffen sind.

 

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Ein Kalender liegt zusammen mit einer Brille auf dem Tsich © imago images / Imaginechina-Tuchong

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 23.12.2020 | 07:20 Uhr