Stand: 24.02.2020 14:29 Uhr

Wettbewerb: Wertvolle Instrumente für junge Talente

von Dagmar Penzlin

Hochmusikalische Jugendliche, die herausragend ein Streichinstrument spielen, sind schnell mit einer Frage konfrontiert: Woher bekomme ich eine sehr gute Geige oder Bratsche, woher ein hochwertiges Cello? Weiterhelfen kann der Musikinstrumentenfonds der Deutschen Stiftung Musikleben in Hamburg: Im Rahmen eines Wettbewerbs können sich bereits ausgezeichnete Nachwuchsmusiker hochkarätige Streichinstrumente erspielen. Als Leihgabe winken Instrumente aus den Werkstätten etwa von Stradivari, Guarneri und Vuillaume. Am Wochenende fand der Wettbewerb zum 28. Mal in Hamburg statt und endete mit einem Preisträgerkonzert im Museum für Kunst und Gewerbe der Hansestadt.

Blick auf die Fassade des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg © picture alliance Foto: Bildagentur-online/Joko
Seit 1994 werden die Wettbewerbe um die wertvollen Streichinstrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ausgetragen.

Sie kam, nahm zum ersten Mal am Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds teil und siegte: Louisa Staples, 19 Jahre alt, hat sich die am höchsten eingestufte Violine im diesjährigen Wettbewerb erspielt - eine Geige aus der Werkstatt von Lorenzo Storioni aus dem Jahr 1774.

Die gebürtige Britin studiert seit 2017 in Berlin. Nach überzeugenden Auftritten gleich bei mehreren großen Wettbewerben konnte sie sich für die Teilnahme am Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds qualifizieren. Sie wünscht sich, dass die Storioni-Geige ihre Entwicklung und ihre Klangvorstellung befördern wird: "Zuerst hoffe ich, dass ich und diese Geige einander verstehen. Ich hoffe, dass es eine schöne Zusammenarbeit sein kann." Es ist eine Zusammenarbeit zwischen jahrhundertealter Geigenpersönlichkeit und junger Geigerin.

Wertvolle Leihinstrumente für herausragende Leistungen

Besonders interessant war der 28. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds, weil gleich acht sehr gute bis herausragende Violoncelli zurück in den Fonds gekommen sind - darunter ein Cello von Nicolas Lupot, das der heutige Starcellist Nicolas Altstaedt lange gespielt hat. Die 17-jährige Cosima Federle nimmt dieses Instrument nun als Leihgabe aus dem Wettbewerb mit nach Hause. "Das ist eine unglaublich große Ehre", erklärt Federle. "Ich freue mich wahnsinnig darauf, dieses Instrument zu entdecken."

Tanja Becker-Bender © Tanja Becker-Bender
Juryvorsitzende Tanja Becker-Bender war begeistert: "Das Niveau war sehr, sehr gut."

56 junge Musikerinnen und Musiker hatten sich dem Wettbewerb um die wertvollen Streichinstrumente gestellt. Die Juryvorsitzende Tanja Becker-Bender zog ein positives Fazit: "Das Niveau war sehr, sehr gut. Es gab herausragende Leistungen schon von sehr jungen Bewerberinnen und Bewerbern. Das macht große Hoffnung für die Zukunft der klassischen Musik."

Eines dieser jungen Wundertalente ist die 14-jährige Marie Veronica Helling, die zum ersten Mal teilgenommen hat - sie landete gleich im Spitzenfeld der Geiger. Die Jungstudentin aus Süddeutschland begeisterte am Ende des Preisträgerkonzerts das Publikum mit der "Carmen-Fantasie" von Franz Waxmann.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 24.02.2020 | 09:20 Uhr

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