CD-Cover: Hilary Hahn - Paris © Deutsche Grammophon

Hilary Hahn spielt Chausson, Prokofiev und Rautavaara

Stand: 04.03.2021 11:01 Uhr

Hilary Hahn ist zurück! Ein Jahr lang hatte sich die amerikanische Weltklasse-Geigerin zu einem Sabbatical zurückgezogen. Am Freitag erscheint ihr neues Album "Paris" mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France.

CD-Cover: Hilary Hahn - Paris © Deutsche Grammophon
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von Philipp Cavert

Ein Finne, ein Russe und ein Franzose - die Komponisten auf dieser CD heißen Einojuhani Rautavaara, Sergej Prokofiev und Ernest Chausson - immerhin ein gebürtiger Pariser. Doch schauen wir genauer hin: In Paris wurde Rautavaaras letztes Werk uraufgeführt, dort wurde das erste Violinkonzert von Prokofjew aus der Taufe gehoben und Hilary Hahn ist in der französischen Hauptstadt schon als Teenager oft aufgetreten. Ihr neues Album ist also vor allem eine Hommage an das kulturelle Erbe einer Stadt, die für den eigenen Werdegang wichtig war.

Musikalisches Können, das sprachlos macht

Auf "Paris" gehe es um Ausdruck und um Emotionen. Recht allgemein erklärt Hilary Hahn, was eigentlich für jede gute Musik gelten sollte - doch dann eine Könnerschaft, die alle Erklärungen nach einem Konzept hinweg fegt und sprachlos macht. Im Zentrum steht das erste Violinkonzert von Prokofiev, ein musikalisch wirklich einzigartiges Werk, sagt Hilary Hahn: "Einzigartig in der Hinsicht, dass fast jede Note eine eigene Farbgebung und eine jeweils unterschiedliche technische Herangehensweise braucht. Das alles ändert sich blitzschnell. Das ist eine mentale Herausforderung, macht aber auch wahnsinnig Spaß. Denn die ganze physische Akrobatik basiert immer auf der tiefen Musikalität des Werks." Ein Aberwitz an Farbgebung! Phänomenal!

Ein französisches Poème und eine finnische Entdeckung

Die langjährige Zusammenarbeit Hilary Hahns mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France und dessen Musikdirektor Mikko Franck zahlt sich in einem hochinspirierten Zusammenspiel aus. Vorangestellt ist Prokofievs erstem Konzert das Poème von Ernest Chausson: intuitive Wärme, berührende Tiefe und brillante Technik der dreifachen GRAMMY-Preisträgerin.

Zum Schluss dann eine schöne Überraschung mit Repertoirewert: Die Ersteinspielung der Deux Sérénades von Einojuhani Rautavaara. Sie sind das letzte Werk des 2016 verstorbenen finnischen Komponisten und Hilary Hahn gewidmet. Berührend schön ist die Sérénade pour mon amour - eine wirkliche Entdeckung. Die Klangsprache von Einojuhani Rautavaara scheint zwischen Vaughn-Williams und Sibelius zu changieren. Weshalb die CD Paris heißt? Diese Frage hat man am Ende dieses Albums längst schon vergessen. Absolut hörenswert!

Paris: Chausson - Prokofiev - Rautavaara

Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 07.03.2021 | 15:20 Uhr

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