Stand: 12.08.2019 16:36 Uhr

Abschluss der Gezeitenkonzerte in Bunde

von Stefanie Riepe
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Clemens Schuldt dirigiert die junge norddeutsche Philharmonie in der Reithalle des Polderhofs bei Bunde.

Im achten Jahr der Gezeitenkonzerte in Ostfriesland hat die Mischung aus Kammermusik und unterhaltsamer Musik mehr Besucher angelockt als je zuvor. 13.000 Zuschauer besuchten die insgesamt 35 Konzerte. Am Sonntag hat das Abschlusskonzert auf dem Friesengestüt Polderhof bei Bunde stattgefunden.

120 Musikerinnen und Musiker der jungen norddeutschen Philharmonie, dirigiert von Clemens Schuldt, zeigen mit der Tondichtung "Don Juan" von Richard Strauss, dass nicht nur schwarze Pferde in der großen Reithalle eine gute Figur machen. Große Leinwände übertragen das Zusammenspiel des ganz in Schwarz gekleideten Orchesters bis in die letzte Reihe.

Gezeitenkonzerte begeistern 13.000 Zuschauer

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Festivalleiter Matthias Kirschnereit (links) konnte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) unter den Zuschauern begrüßen.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierkonzert in g-Moll bedankt sich Pianist und Festivalleiter Matthias Kirschnereit bei seinem Publikum. "Ich möchte in diesem Jahr sagen, dass eigentlich nur vier Konzerte sehr gut verkauft waren. Die anderen Konzerte waren ausverkauft", sagt Kirschnereit grinsend. Ein bisschen Koketterie kann er sich leisten. Schließlich konnten die Gezeitenkonzerte in diesem Jahr knapp 13.000 Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern.

Turbulentes Konzert von Mnozil Brass in Emden

Auch der neue organisatorische Leiter Raoul-Philip Schmidt ist mit seinem ersten Jahr bei den Gezeitenkonzerten zufrieden. Unvergessen für ihn: das Open-Air-Konzert im Van-Ameren-Bad in Emden, als das österreichische Ensemble Mnozil Brass Probleme mit dem Flugzeug hatte und in Bremen landen musste. Um die anderthalb Stunden Fahrzeit von Bremen nach Emden für das Publikum zu überbrücken, holte das Team der Gezeitenkonzerte kurzerhand den lokalen Entertainer Oliver Jüchems auf die Bühne.

Doch das war nicht alles, denn die Musiker kamen am Flughafen auch noch ohne Instrumente an. "Sie brauchten eine fünfventilige F-Tuba, und das ist ein Instrument, das hat man in Ostfriesland nicht an jeder Straßenecke", sagt Schmidt. "Wir haben sie schließlich von einem Profimusiker in Oldenburg besorgt und sie kam fünf Minuten vor den Musikern an." Trotz aller Kapriolen standen am Ende die Musiker von Mnozil Brass mit zusammengeliehenen Instrumenten und in sommerlich kurzen Hosen auf der Bühne.

Festival 2020 im Zeichen des Beethoven-Jahres

Emden ist eben immer für eine Überraschung gut. Normalerweise aber eher wegen der Spielorte. In der Halle des VW-Werks finden jedes Jahr sehr dynamische Konzerte statt. In diesem Jahr mit der Crossover-Gruppe Uwaga, die in ihrem Programm "Best of Beethoven" die Werke des Komponisten mit Jazz- und Pop-Elementen inszenierte.

Anlässlich des 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens werden auch die Gezeitenkonzerte im nächsten Jahr ihren Fokus auf dessen Werk legen. Los geht es am 7. Juni 2020 mit der 9. Sinfonie.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 12.08.2019 | 09:20 Uhr

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