CD Cover von "200 Jahre Konzerthaus Berlin - Musik von Carl Maria von Weber" © Alpha Verlag

CD der Woche: 200 Jahre Konzerthaus Berlin

Stand: 18.06.2021 16:12 Uhr

Zehn Jahre alt war der Dirigent Christoph Eschenbach, als er zum ersten Mal Carl Maria von Webers Oper "Der Freischütz" erlebt hat. Jetzt mit 81Jahren nutzt er die Chance für einen Weber-Doppelschlag.

CD Cover von "200 Jahre Konzerthaus Berlin - Musik von Carl Maria von Weber" © Alpha Verlag
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von Philipp Cavert

Zwei gute Gründe hat Christoph Eschenbach, den Komponisten Carl Maria von Weber dieser Tage besonders hochleben zu lassen. Zum einen ist es in diesem Juni genau 200 Jahre her, dass die romantische Oper "Der Freischütz" ihre Uraufführung im damaligen Schauspielhaus Berlin erlebt, zum anderen wird das "Schauspielhaus“ ebenfalls 200 Jahre alt: das klassizistische Gebäude von Karl Friedrich Schinkel - das heutige Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Als Chef des Konzerthausorchesters hat Christoph Eschenbach ein Weber-Best-Of zusammengestellt:
Die Ouvertüre Beherrscher der Geister, auch bekannt als "Rübezahl". Dann: das Konzertstück für Klavier und Orchester f-Moll. Temperamentvoll interpretiert vom Pianisten Martin Helmchen poetisch und virtuos. Dieses Konzertstück von Carl Maria von Weber wurde vor 200 Jahren am Gendarmenmarkt ebenso aus der Taufe gehoben, wie sein Schlüsselwerk der deutschen Romantik - die Oper Der Freischütz.

Tribut an ein ehrwürdiges Haus

Dem exzellenten Konzerthausorchester lässt Christoph Eschenbach die lange Leine. Sein Ansatz ist eher konventionell in den Tempi, aber das Klangergebnis gibt ihm recht. Alles romantisch rund und geschmeidig-satt. Allein die Bläser sind der pure Ohrenschmaus. Auch wenn der Freischütz schon kurz nach der Erstaufführung als "erste deutsche Nationaloper" bezeichnet wurde, Carl Maria von Weber pflegte zu sagen: "Die Kunst hat kein Vaterland, alles Schöne sei uns wert, welcher Himmelsstrich es auch erzeugt haben mag.

Gekrönt wird die schauerromantisch kontrastreiche Freischütz-Jubiläumshommage durch Arien und Arietten des Ännchen. Ännchen, die Cousine der Hauptrolle Agathe, ist für die Sopranistin Anna Prohaska, eine Art weiblicher Freigeist. Prohaska nennt die Musik: "Virtuos und tänzerisch, aber nie virtuos um ihrer selbst willen, sondern immer mit der Funktion, die Agathe aufzuheitern." Den Abschluss dieses reinen Weber-Programms bildet die Ouvertüre zu Oberon.

Die CD ist der Tribut an ein ehrwürdiges Haus - 200 Jahre Konzerthaus Berlin und 200 Jahre der Freischütz. Gratulation!

Weber - 200 Jahre Konzerthaus Berlin

Label:
Alpha

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 20.06.2021 | 14:20 Uhr

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