Stand: 19.02.2020 17:29 Uhr  - NDR Kultur

Händels "Tamerlano" noch einmal erleben

"Tamerlano" zählt zu einer Reihe von Opern, die Händel in den 1720er Jahren auf Libretti von Nicola Francesco Haym schrieb. Die schwedische Regisseurin Johanna Garpe verzichtete 2010 auf barocken Prunk und eine bunte Ausstattung.

Tamerlano - 1. Akt

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Zum 100. Jubiläum der Händel Festspiele Göttingen können Sie die Opernproduktion "Tamerlano" noch einmal in voller Länge anschauen. Hier sehen Sie den ersten Akt.

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Tamerlano - 2. Akt
Tamerlano - 3. Akt

Historische Sujets sind in Georg Friedrich Händels Opern oft mit entfesselter Leidenschaft und fatalen Verwicklungen unter den handelnden Personen verbunden. Das ist in "Orlando" so, in "Giulio Cesare" oder in "Xerxes".

Bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen gibt es aber auch regelmäßig Begegnungen mit seltener gespielten Händel-Opern. Der Dreiakter "Tamerlano" gehört zu diesen Raritäten. Er zählt zu einer Reihe von Opern, die Händel in den 1720er Jahren auf Libretti von Nicola Francesco Haym schrieb. Nach der Uraufführung im Oktober im Londoner King's Theatre hielt sich das Stück über Jahre hinweg auf dem Spielplan und wurde sogar von Georg Philipp Telemann für eine Hamburger Inszenierung bearbeitet.

Erzählt wird in dieser Oper von dem mongolischen Heerführer Timur Lenk, auch Tamerlan genannt, der 1402 gegen den osmanischen Sultan Bayezid I. eine vernichtende Schlacht führte. Der Legende nach soll Bayezid in der Gefangenschaft Selbstmord begangen haben. Tamerlan ist alles andere als ein freundlicher Herrscher, der seinen Sieg sinnvoll zu nutzen versteht. Despotisch missbraucht er seine Macht und unterdrückt seine Mitmenschen.

Die schwedische Regisseurin Johanna Garpe hat bei ihrer Inszenierung von "Tamerlano" für die Göttinger Händel-Festspiele 2010 auf barocken Prunk und eine bunte Ausstattung und verzichtet. In der Titelpartie war der Altus Christopher Ainslie zu erleben, der Tenor Thomas Cooley sang den Sultan. Kristina Hansson (Asteria) und Franziska Gottwald (Irene) waren die weiblichen Hauptdarsteller. Nicholas McGegan leitete das FestspielOrchester Göttingen.

Das Programm

Oper in drei Akten, szenische Aufführung in italienischer Sprache

Regie: Johanna Garpe
Tamerlano: Christopher Ainslie, Altus
Bajazet: Thomas Cooley, Tenor
Asteria: Kristina Hansson, Sopran
Irene: Franziska Gottwald, Alt
Andronico: Clint van der Linde, Altus
Leone: Lars Arvidson, Bass

FestspielOrchester Göttingen
Ltg.: Nicholas Mcgegan

Liveaufzeichnung der Premiere am 14.5.2010 im Deutschen Theater

Weitere Informationen
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