Opernkonzert

Igor Strawinsky als Opernkomponist - Visionär, radikal, poetisch

Samstag, 10. April 2021, 19:00 bis 20:00 Uhr

Igor Strawinsky am Flügel © picture alliance / akg-images
Igor Strawinsky am Flügel © picture alliance / akg-images
Igor Strawinsky in seiner Pariser Wohnung im Jahr 1934.

Ganz unterschiedliche Stoffe und Quellen haben Igor Strawinsky zu seinen Opern inspiriert: zum Beispiel Andersens Märchen 'Des Kaisers Nachtigall' in "Le Rossignol" (UA 1914), die Sophokles-Tragödie "Oidipus tyrannos" in "Oedipus Rex" (UA 1927) oder auch Kupferstiche von William Hogarth in "The Rake's Progress" (UA 1951). Immer wieder hat sich Strawinsky der Oper gewidmet, und so zeigen diese Werke auch seine Entwicklung als Komponist.

Schon sein Opern-Erstling "Le Rossignol" ist in dieser Hinsicht spannend: den ersten Akt schrieb der damals 26-jährige Strawinsky 1908/09, doch dann kamen Diaghilew Aufträge für den "Feuervogel", "Petruschka" und das "Sacre du Printemps" dazwischen. Da erstaunt es kaum, dass der 1. Akt von "Le Rossignol" eine andere, weit lyrischere Sprache spricht als die beiden später entstandenen Akte dieser Märchenoper.

Ein Streifzug durch Igor Strawinskys Opern

In seiner archaischen Anmutung hatte es "Oedipus Rex" nicht leicht, vom Publikum angenommen zu werden. Dabei hatte Strawinsky mit Jean Cocteau einen ausgezeichneten Librettisten an der Seite. Die beiden entschieden sich für einen besonderen Zugriff: die Libretto wurde ins Lateinische übersetzt. Die Klarheit und eigene Rhythmik der Sprache boten Strawinsky kompositorisch reizvolle Herausforderungen. In "The Rake's Progress" wählte Strawinsky wieder einen ganz anderen Weg - es ist das letzte Werk seiner neoklassizistischen Phase. Gerade die raffinierte Behandlung der Bläser lässt hier aufhorchen.

Eine Sendung von Friederike Westerhaus.

 

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