Stand: 30.06.2020 11:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Schweriner Schloss: Niklot-Statue für Sanierung verhüllt

von Axel Seitz

Es ist das Wahrzeichen Schwerins, ziert seit 2007 eine Zwei-Euro-Münze und beherbergt seit fast drei Jahrzehnten den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern: das Schloss auf der Burgseeinsel. Kaum ein Tourist kommt daran vorbei, das Hauptportal mit den beiden Türmen, der goldenen Kuppel und dem Niklot-Reiterstandbild zu fotografieren. Doch in den kommenden Monaten ist gerade dieses Motiv ein wenig gestört, denn es wird renoviert und der Niklot ist verhüllt.

Immer wieder "gut renoviert"

Das Baugerüst wuchs in den vergangenen Tagen stetig nach oben und verdeckt inzwischen fast die gesamte Vorderfront. Es stehen Sanierungsarbeiten an, mal wieder. Notwendige dazu, aber damit lebt das Schloss seit Jahrhunderten, wie eine Inschrift über dem Haupteingang beweist: "Herr Albrecht trug voll Muth den ersten Herzogshut, hat in dem Schlosse residiert - gerecht und stark zugleich herrscht Magnus Friedenreich, hat Land und Schloss gut renoviert."

Gut renoviert werden soll nun wieder in den kommenden Monaten, wie der Leiter des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin, Robert Klaus, ankündigt: "Wir haben vor, die Fassade zu reinigen, Ausbesserungen vorzunehmen, Zimmererarbeiten, aber auch Dachklempnerarbeiten. Also das klassische Bauerhaltungsprogramm. Und was diesmal noch dazukommt, ist die Überwachung und Weiterbearbeitung am Niklot, am Reiterstandbild."

Reiterstandbild prägt Hauptportal des Schlosses seit 1855

Dieses Reiterstandbild prägt bereits seit 1855 das Hauptportal des Schweriner Schlosses, der gebürtige Rostocker Bildhauer Christian Genschow setzte Mitte des 19. Jahrhunderts dem Obotritenfürst dieses Denkmal. Seither wird der Niklot regelmäßig untersucht. Dabei wird geprüft, ob sich wegen der Witterung Auswaschungen am Gips zeigen. "Es ist ja eine Gipsplastik, die entsprechend wetteranfällig ist", sagt Klaus.

Arbeiten sollen bis November abgeschlossen sein

Für den Unterhalt des Schlosses stehen jährlich zwischen 850.000 und einer Million Euro zur Verfügung, allein gut eine halbe Million ist für die Fassaden verplant, wie Robert Klaus betont. Er hofft, dass die aktuellen Sanierungsarbeiten bis November abgeschlossen sind. Das heißt aber auch, dass bis dahin der Niklot im Original nicht zu sehen ist, allerdings soll er auf der Plane vor dem Baugerüst als Bild erscheinen.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Wenn im Spätherbst die Plane und das Gerüst wieder verschwunden sind, der Niklot wie die gesamte Vorderfront in neuem Glanz erstrahlen, heißt das für den Leiter des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin: Nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Robert Klaus kündigte an, dass voraussichtlich 2023 der goldene Prunkturm des Schweriner Schlosses rundum erneuert wird.


02.07.2020 14:25 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass der Niklot während der Sanierung nicht auf der Plane vor dem Baugerüst als Bild zu sehen sein wird. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin hat jetzt aber seine Aussagen noch einmal korrigiert.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 30.06.2020 | 19:00 Uhr

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