Stand: 21.08.2019 13:00 Uhr

Junge Talente proben für Movimentos

von Frauke-Ragna Lipprandt

Für tanzbegeisterte Kinder und Jugendliche ist die Movimentos Tanzakademie etwas ganz besonderes. Hier erarbeiten sie unter professioneller Anleitung eine eigene Choreografie, in diesem Jahr unter dem Motto "Tanz Dein Ding!" am 24. und 25. August muss alles sitzen, denn dann geht es auf die große Bühne im Hafen 1.

Eindrücke von den Proben

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Premiere. Die finalen Proben haben begonnen. Die Stücke stehen, die Musiker sind live vor Ort. Jetzt heißt es, einen Durchlauf nach dem anderen zu proben, bis der Ablauf so sitzt, dass noch mehr mit den Emotionen gespielt werden kann. 40 Kinder und Jugendliche, alle zwischen neun und 23 Jahre alt, haben drei ganz unterschiedliche Stücke seit Anfang des Jahres erarbeitet. Dazwischen lagen sechs Wochen Sommerpause - nicht leicht, so kurz vor dem Finale.

Der Druck kurz vor der Premiere ist groß

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Für Fabian Konert ist es eine Herausforderung, schnell zwischen drei Stücken umzuschalten und eine neue Tanzrolle anzunehmen.

"Fünf vor zwölf", so heißt das erste Stück der Performance. Sven Kacirek, der Komponist der Musik, ist vor Ort. Er hat auch den Body-Percussion-Teil mit den jungen Tänzern erarbeitet. Der Gesang kommt von Olith Ratego - er ist extra aus Kenia angereist. Die Akademietänzer sind diszipliniert, jeder weiß, dass es bald ernst wird. Der 21-Jährige Fabian tanzt schon seit seiner Kindheit mit. Er trägt mittlerweile viel Verantwortung: "Bis vor vier Tagen hab ich echt gedacht: 'Uh das wird ganz schön knapp.' Es stand schon ziemlich viel, aber es war noch nichts so richtig festgesetzt. Die letzten vier Tage Intensivproben waren doch schon recht hart, aber man merkt, es hat sich echt gelohnt. Das lässt einem irgendwie auch schon einen Stein vom Herzen fallen."

Fabian tanzt in allen drei Stücken mit. Sie heißen "Fünf vor zwölf", "Ego" und "The Blind Spot". "Klar ist es ein riesen Aufriss und auch eine riesen Verantwortung, die damit einhergeht. Einfach, weil man der Gruppe gegenüber nicht sagen kann: 'Ich bin heute mal nicht da.' Gemeinschaftlich das Ganze auf die Bühne zu bringen, das ist der Grund, warum ich es wieder mache", erzählt er.

Mit dem Körper Geschichten erzählen

Elena ist das erste Mal dabei. Am liebsten tanzt sie "Fünf vor zwölf", ein Stück, das sich um Ressourcen dreht und vom Kampf um den eigenen Lebensraum. "Dazugelernt hab ich", sagt die junge Tänzerin, "dass ich mich mehr anstrengen kann als sonst und dass ich mich halt auch gut bewegen kann, was ich jetzt nicht so wusste."

Jugendliche und Kinder proben für ihren Auftritt bei Movimentos © NDR Foto: Frauke-Ragna Lipprandt

Probeneinblick Movimentos Akademie 2019

NDR Kultur -

In wenigen Tagen muss alles sitzen. 40 Kinder und Jugendliche zeigen bei den Movimentos Festwochen ein selbst entwickeltes Programm. Die finalen Proben haben es in sich.

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Und das können wirklich alle jungen Tänzerinnen und Tänzer ausnahmslos. Auch wenn noch nicht jeder Bewegungsablauf stimmig ist, haben sie sich Unmengen an unterschiedlichsten Choreografien angeeignet. Im ersten Stück "Fünf vor zwölf" bewegen sich die Tänzer eher geerdet, breit und kräftig. In "Ego" posen sie viel und arbeiten mit Streetdance-Elementen. "The Blind Spot" hat lange, geführte Bewegungen. Es soll harmonisch ausklingen. Der Choreograf Daniel Martins selbst nennt es lyrisch: "Ich versuche ja immer noch, denen klar zu machen, dass wir mit unseren Körpern Geschichten erzählen, dass es etwas transportieren soll. Das was jetzt sozusagen als Königsklasse obendrauf kommt ist, dass sie wirklich über das Gefühlt gehen und nicht nur Mami und Papi zeigen, was sie gelernt haben. Da versuche ich jetzt ganz intensiv dranzubleiben, dass sie das nicht vergessen, wenn sie dann auf der Hafen-1-Bühne das erste Mal tanzen."

Feinabstimmung mit der Musik

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Sven Kacirek, der Musiker, geht nochmal die Beats der Body-Percussion in Ruhe mit den Tänzern durch.

Und auch der Musiker Sven Karcirek arbeitet während seines Live-Spiels am Feinschliff und beobachtet die Tänzer genau: "Jeder Durchlauf ist für mich Gold wert, weil ich dann genau an diesen Übergängen arbeiten kann, auch wie das dann für den ganzen Bogen wirkt. Dann geht es für mich darum, auszuprobieren: Nehme ich den Cue von Tänzerin A, wenn sie den Ellbogen einsetzt, oder nehme ich den Cue von Tänzer B, wenn er das Knie zur Seite dreht, damit das Timing dann mit der nächsten Szene überlappt oder nicht."

Und schon steht der nächste Durchlauf an. Daniel Martins bereitet den Einsatz vor: "Der Rand ist jetzt leise bitte und nicht auf dem Boden sitzen, damit ihr schnell auf die Fläche kommt. Handys sind weg, Hände sind am Körper, Blick ist nach vorne. Kann ich anzählen? Okay!"

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 21.08.2019 | 10:20 Uhr

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