Stand: 09.08.2018 12:02 Uhr

Kampnagel: Sommerfestival überschreitet Grenzen

von Heide Soltau

So glanzvoll hat das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel in Hamburg selten begonnen: mit dem Jazzpianisten Arturo O'Farill und seinem Afro Latin Jazz Octet, die live für die Malpaso Dance Company aus Havanna spielten. Ausdrucksstark, kraftvoll, elegant und mit spielerischer Freude interpretierten die Tänzer die Musik, die O'Farill eigens für sie komponiert hatte. Drei Stücke zeigten die Kubaner, jedes in Szene gesetzt von einem anderen Choreografen und mit einer anderen Musikuntermalung.

Sommerfest mit Möwenmusical, Tanz und Konzerten

Neues soll entstehen

Um Grenzüberschreitungen soll es bei diesem Internationalen Sommerfestival gehen. Das ist die Grundidee. Nur so könne Neues entstehen, sagt Festivalleiter András Siebold: "Theatermacher, die in der bildenden Kunst arbeiten, Choreografen, die mit Musikern arbeiten - also Grenzüberschreitungen in den Genres und gleichzeitig auch Grenzüberschreitungen über Landes-, Nationen- und Sprachgrenzen hinweg."

Kunst aus Asien

Landes-, Nationen- und Sprachgrenzen überschreiten will auch der Künstler Ho Tzu Nyen aus Singapur. Er stellte im Kunstverein sein Langzeitprojekt "Das kritische Lexikon über Südostasien" vor - eine Sammlung von Sounds, Biografien, Praktiken und Erzählungen, welche die künstlich während der Kolonialzeit geschaffenen Ländergrenzen überwinden will. Teil des "kritischen Lexikons" ist die Video-Installation "The Nameless" über einen Mann namens Lai Teck: "Lai Teck ist eines seiner 50 bekannten Pseudonyme - seinen wirklichen Namen kennt man bis heute nicht. Er war der Führer der kommunistischen Partei in Singapur und Malaysia von 1939 bis 1947. Aber er war auch ein Dreifach-Agent, der für den französischen, britischen und japanischen Geheimdienst gearbeitet hat", erläutert Ho Tzu Nyen. Für das Sommerfestival hat er nun ein Bühnenstück erarbeitet - "The Mysterious Lai Teck", das dort seine Weltpremiere erlebt.

Romantische Oase zum Entspannen

Wem das mit Tanz, Theater und Kunst zu viel wird, kann sich im Festivalgarten am Kanal vergnügen: eigentlich ein schnöder, asphaltierter Parkplatz, aber jetzt mit Rasenhügeln, Holzbänken, Sitzgruppen und kleinen Pavillons versehen. Eine romantische Oase zum Entspannen - oder zum Spielen. "Das Alleinstellungsmerkmal von Kampnagel und speziell von diesem Festival ist, dass wir wie kein anderer Ort die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur oder Subkultur aufbrechen", sagt Leiter Siebold.

Der Sommerfestival bringt eine musikalische Dramödie heraus: das Musical "Der König der Möwen". Avantgardisten sei die Performance mit sprechenden Reiskochern empfohlen - bunt, schräg und heiß. Kampnagel bietet für alle etwas.

Weitere Informationen

Sommerfestival auf Kampnagel mit Möwen-Musical

08.08.2018 09:00 Uhr
Kulturfabrik Kampnagel

Beim Sommerfestival auf Hamburg-Kampnagel gibt es Tanz, Kunst und Partys zu erleben. Das Hamburg-Musical "König der Möwen" feiert Weltpremiere und Blumfeld spielt zum Abschluss. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 09.08.2018 | 09:55 Uhr