Stand: 23.09.2020 17:12 Uhr

Brosda: Infrastruktur der Hamburger Kultur erhalten

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda sitzt in seinem Büro vor einem Bücherregal. © picture alliance/dpa Foto: Jonas Klüter
Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda freut sich über das Wiederaufleben des kulturellen Lebens in der Stadt.

Wenn man über den Neustart in der Hamburger Kultur spricht, wird einer immer wieder genannt: Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und die Hamburger Kulturbehörde. Auf den Bühnen haben sich Intendanten und Intendantinnen - egal ob Privattheater oder Staatliche Bühnen - vor den ersten Premieren während der Corona-Pandemie ausdrücklich beim Senator bedankt und betonten die gute Zusammenarbeit mit der Kulturbehörde. In der Sendung Kulturjournal Spezial von NDR 90,3 sprach Brosda über dieses Lob und über die Situation Kulturbetriebe in der Corona-Krise.

Lob als Ansporn in schwierigen Zeiten

Brosda sagte, er freue sich sehr über das Lob für die Arbeit der Kulturbehörde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten sich in den vergangenen Monaten aufgerieben in dem Bemühen, in den verschiedenen Bereichen der Hamburger Kultur Hilfe und Unterstützung zu leisten. "Insofern ist das ein Ansporn, auch in diesen schwierigen Zeiten weiter an der Sicherung der Hamburger Kulturlandschaft zu arbeiten."

Mit Ehrfurcht in Konzerte und Theater

Dass die Theater wieder spielen können und Veranstaltungen wie das Reeperbahn Festival und das Harbour Front Literaturfestival wieder stattfinden könnten zeige, dass das Wiederhochfahren des kulturellen Betriebs möglich sei, wenn man sorgfältig an den hygienischen Rahmenbedingungen arbeitet und vernünftige Konzepte erstellt. Beim Reeperbahn Festival habe man festgestellt, dass die Besucher geradezu mit Ehrfurcht in die Konzerte gegangen seien, "in dem Bewusstsein, dass das etwas sehr Besonderes ist, nach einem halben Jahr Schließung wieder ein Konzert in einem Club zu erleben". Gleiches gelte auch für Theaterbesuche. Man könne erleben, "welche Freude es dem Publikum macht, dabei zu sein, und es den Schauspielerinnen und Schauspielern macht, wieder auf der Bühne zu stehen und in einen gemeinsamen Dialog mit Besucherinnen und Besuchern zu treten. Das ist schon etwas ganz Besonderes", betonte Brosda. "Es hat es noch einmal eindringlich unterstrichen, wie wichtig und wie wertvoll Kultur gerade in diesen Tagen ist und warum wir sie so dringend brauchen."

Hilfen für Kulturschaffende - "gut angelegtes Geld"

Die Stadt Hamburg hatte die ursprünglich für 2020 geplanten Ausgaben für die Kultur im Zuge der Corona-Pandemie bisher um rund 90 Millionen Euro aufgestockt, etwa für Soforthilfen und Neustart-Prämien. Nach Brosda "gut angelegtes Geld", weil es darum gehe, die Infrastrukturen der Kultur zu erhalten und gleichzeitig denjenigen, die normalerweise ihr Einkommen aus Kunst und Kultur beziehen, dabei zu helfen, durch diese Zeit zu kommen. Entscheidend sei, das Geld so auszugeben, "dass Dinge wieder möglich werden und das Dinge stattfinden können." Auf diese Weise würden auch diejenigen unterstützt, die sich um Bühnenbau, Ton und Licht kümmerten, die Tickets verkauften und an vielen anderen Stellen in den Bereichen der Kulturwirtschaft unterwegs seien. Auch sie müssten wieder eine Perspektive auf Arbeit und auf Beschäftigung haben.

Zu den Perspektiven der Kulturbranche sagte Brosda, es werde weiter an Hygienekonzepten gearbeitet. Die Kulturbehörde stehe dafür in einem engen Austausch mit Experten der Gesundheitsbehörden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal Spezial | 23.09.2020 | 20:00 Uhr