Stand: 16.07.2021 10:56 Uhr

Hamburger Kultursommer gestartet - 1.300 Veranstaltungen geplant

von Daniel Kaiser

Eine Oper im Hammer Park, Fahrrad-Kino auf der Elbinsel Kaltehofe oder Pop-Konzerte auf der Rollschuhbahn in den Wallanlagen: Der Kultursommer stecke voller Überraschungen, sagt Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda: "Man wird das in der Stadt spüren. Es wird über vier Wochen, vom 15. Juli bis zum 16. August, ein so pralles Programm werden, dass wir Menschen auch dort mit Kultur erwischen, wo sie nicht danach suchen." Schon jetzt gibt es 1.300 Veranstaltungen, und es werden täglich mehr.

Kultur unter freiem Himmel

Die Künstlerin Sophia Kennedy singt auf der Bühne beim Dockville Festival. © NDR/ Benjamin Hüllenkremer Foto: Benjamin Hüllenkremer
Sophia Kennedy, hier beim Dockville Festival 2014, wird ihr neues Album präsentieren.

Hamburger Privattheater werden den Rathausmarkt mit Stücken bespielen. Die Dresdner Sinfoniker werden - auch mit Alphörnen - auf Hausdächern musizieren. NDR Kultur bespielt im August eine Kultursommer-Bühne auf dem Gelände der Kulturfabrik Kampnagel, unter anderem mit der Hamburger Musikerin Sophia Kennedy, die exklusiv ihr neues Album "Monsters" präsentieren wird, und mit einer Aufzeichnung des beliebten Bücherpodcasts eat.READ.sleep. Das allermeiste findet unter freiem Himmel statt. Ein wichtiger Partner sind die Stadtteilkulturzentren. So wird es auch ein Billstedt-Musical und einen Fischbeker Musiksommer geben.

Wunsch nach mehr Kultur wecken

Es geht darum, die Kultur, die monatelang am Boden lag, zurückzuholen. Momentan ist das Publikum noch etwas zögerlich, in die Theater und Konzerthäuser zurückzukehren. Der Kultursommer unter freiem Himmel soll den Durchbruch bringen. "Es ist so etwas wie ein 'kulturelles Anfixen'", lacht 'Kulturdealer' Brosda. "Wir sind uns sicher, dass diese Droge körperlich total harmlos, aber intellektuell inspirierend und emotional berührend ist. Sie wirkt schnell. Und wir hoffen, dass der Wunsch nach Mehr entsteht, der die Menschen im Herbst wieder in die Häuser hineintreibt."

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Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. © picture alliance/dpa Foto: Felix König
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Vorbild Wien

Brosda hatte von seiner Wiener Kollegin erfahren, dass die österreichische Hauptstadt einen ähnlichen Kultursommer erfolgreich umsetzt und das Projekt deshalb auch hier angeschoben. Durch die Zoom-Sitzungen seiner Behörde sei ein ungeheurer Energieschub gegangen, erzählt er.

Zehn Millionen Euro gibt es von der Behörde, um die Künstlerinnen und Künstler sowie Technik und Logistik zu bezahlen. Eine halbe Million kam vom Bund dazu. Bedingung war, dass der größte Teil der Events Hamburger Geschmack hat. In Hamburg werde so viel los sein, da müsse man gar nicht mehr anderswohin in den Urlaub fahren, sagt Michael Otremba, Chef vom Hamburg-Marketing: "Von dieser Veranstaltung geht eine ungeheure Aufbruchsstimmung und wird die Atmosphäre in der Stadt prägen. Wir sind zuversichtlich, dass auch viele Gäste das nutzen werden, um nach Hamburg zu kommen."

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Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) steht während eines Besuch für eine Interview mit NDR 90,3 im Studio vor einem Mikrophon. © NDR Foto: Jean-Philipp Baeck

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 15.07.2021 | 19:00 Uhr