Stand: 10.09.2019 16:32 Uhr

Debütanten und Stars beim Harbour Front Festival

Vom 11. September bis 15. Oktober (plus einer Lesung mit Isabel Allende am 29. Oktober) findet in Hamburg das 11. Harbour Front Literaturfestival statt. Für viereinhalb Wochen verwandelt das Festival den Hamburger Hafen in einen Treffpunkt der Literatur. Petra Bamberger gehört zum "Harbour Front"-Team, das das alles organisiert hat.

Frau Bamberger, haben Sie selbst eigentlich noch den Überblick über die 83 Veranstaltungen an 32 Veranstaltungsorten rund um den oder im Hamburger Hafen?

Petra Bamberger: Ja, ich hoffe doch. Jetzt, wo wir kurz vor der Eröffnung stehen, ist es natürlich so, dass man überlegt, wer wann dran ist, wann welches Flugzeug landet, welcher Ort wann bespielt wird. Man muss dann kurz in den Katalog schauen. Aber im Großen und Ganzen habe ich das Programm gut im Kopf.

Und wie soll das Publikum einen Überblick über die vielen Veranstaltungen bekommen?

Bamberger: Ich denke, wir haben die Themenbereiche ganz gut abgegrenzt. Es ist ja so, dass die Leute sich nicht nur ganz breit für Literatur interessieren, sondern auch unterschiedliche Sparten gut finden. Es gibt Krimi-Fans, Fans der hohen Belletristik oder der Unterhaltung - und für alle ist etwas dabei. Wenn man sich durch den Katalog liest oder sich die Veranstaltungen im Internet anschaut, findet jeder das, was er sucht und braucht.

Also ein Kessel Buntes?

Bamberger: Ja, aber ein sehr bedacht ausgewählter Kessel Buntes.

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Buchtipp

NDR Buch des Monats: Eine Parabel über Freiheit

"Miroloi" ist der erste Roman der Hamburger Autorin Karen Köhler und unser NDR Buch des Monats August. Der Roman erzählt von einer jungen Frau, die sich zur Heldin entwickelt. mehr

Bamberger: Das ist eine sehr schwierige Frage. Wenn man die Veranstaltungen über Wochen und Monate plant, dann liegt einem letztendlich jede Veranstaltung am Herzen. Aber es ist natürlich so, dass wir große Highlights auswählen. Wir schauen sowohl national als auch international, was der Buchmarkt im Moment bringt. In diesem Jahr schauen wir nicht nur auf das Gastland der Frankfurter Buchmesse, Norwegen, sondern wir blicken auch zurück und präsentieren eine Hommage an einige Große der Literaturgeschichte, deren Werke heute noch Bedeutung für uns haben.

Wer wird uns da wieder in Erinnerung gebracht?

Bamberger: Zum Beispiel werden wir an einem Abend an "Tolkien" erinnern, da wir in diesem Jahr 50 Jahre "Der Herr der Ringe" feiern. Denis Scheck wird gemeinsam mit Andreas Fröhlich, den wir als Hörbuchsprecher der "Drei Fragezeichen" kennen, der aber auch die deutsche Stimme des Gollum ist, durch den "Herr der Ringe"-Abend führen.

Das Harbour Front Literaturfestival steht seit Jahren für eine Mischung aus sehr prominenten Autorinnen und Autoren und unbekannten Neulingen. Können Sie schon verraten, wer diese neuen und unbekannten Autorinnen und Autoren sind?

Weitere Informationen

Klaus-Michael-Kühne-Preis an Dana von Suffrin

Der Klaus-Michael-Kühne-Preis für das beste Romandebüt des Jahres geht in diesem Jahr an Dana von Suffrin. Sie wird damit für ihr Erstlingswerk "Otto" ausgezeichnet. mehr

Bamberger: Sehr gerne, weil der Debütantensalon mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich finde es sehr wichtig, dass das Harbour Front Literaturfestival auch ein Auge darauf richtet, was da Neues in der Literatur kommt. Wir beobachten, dass der Level der Literaten, die sich neu präsentieren, außergewöhnlich hoch ist. Das sieht man auch an den Nominierungen, die fernab des Klaus-Michael-Kühne-Preises bekanntgegeben wurden. Karen Köhler beispielsweise ist mit ihrem Roman "Miroloi" für den Klaus-Michael-Kühne-Preis nominiert, aber sie ist auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Carmen Butta wird auch zum Debütantensalon eingeladen; sie ist für den aspekte-Literaturpreis nominiert. Wir merken, dass die jungen Literaten, die nachkommen, schon ernstzunehmende Schriftsteller sind, wenn sie debütieren. Die Debütantensalons sind immer eine schöne und aufregende Möglichkeit, neue Stimmen zu hören, neue Texte zu erleben und auch zu spüren, wie aufgeregt die Autoren sind, wenn sie das erste Mal ihr Werk präsentieren können.

Geht das in so einem Festival auf, wenn Veranstaltungen mit bekannten Autoren parallel zu Veranstaltungen mit neuen Namen stattfinden? Wer geht zu einem Debütanten, wenn am selben Abend Jussi Adler-Olsen liest?

Bamberger: Das ist natürlich schwierig, und das ist auch ein bisschen wie Lottospielen: Wir möchten so viel wie möglich zeigen, wir möchten diesen ganzen Fächer der Literatur präsentieren. Wir sind auch daran gebunden, wann die Autoren kommen können, gerade was die ausländischen Autoren und Autorinnen angeht. Wir überlegen sehr genau, wen wir an welchem Abend platzieren - natürlich mit den Möglichkeiten, die wir terminlich haben. Ich glaube, dass die Leute zwar in eine Zwickmühle kommen, aber letztendlich ist das auch schön und bringt eine Dynamik rein. Wir lassen deswegen den Debütantensalon immer um 19 Uhr starten, sodass man im Nochtspeicher neue Literatur entdecken kann, um dann um 20.30 Uhr noch auf der "Cap San Diego" die belletristisch hochwertigen älteren Hasen des Geschäftes erleben zu können, wie etwa den Buchpreisträger Frank Witzel oder Burkhard Spinnen.

Das Gespräch führte Jürgen Deppe

Lesung in der Kirche St. Katharinen in Hamburg während des Harbour Front Literaturfestivals 2015. © dpa-Bildfunk Foto: Christian Charisius, dpa

Debütanten und Stars beim Harbour Front Festival

NDR Kultur - Journal Gespräch -

Für viereinhalb Wochen verwandelt das Harbour Front Literaturfestival den Hamburger Hafen in einen Treffpunkt der Literatur. Organisatorin Petra Bamberger mit einem Ausblick.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Journal | 10.09.2019 | 19:00 Uhr

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