Stand: 10.08.2020 11:32 Uhr

Carolin Emcke startet Musik-Podcast "Stereo"

Die Publizistin Carolin Emcke ist vielen als Kriegsreporterin, Essayistin und literarische Philosophin bekannt. Mit ihren Büchern und in ihrem Tun engagiert sie sich für ein tolerantes und im besten Sinne wissbegieriges Miteinander. 2016 wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Auf NDR Kultur erleben Sie Carolin Emcke von einer ganz anderen Seite: als eine Frau, für die Musik eine große Leidenschaft ist. Einmal wöchentlich wird sie in "Stereo" Musik vorstellen, die ihr besonders am Herzen liegt. Los geht es am 29. August ab 6.00 Uhr hier, in der ARD Audiothek und dort, wo es Podcasts gibt. Im Radio ab Sonnabend, 5. September um 17.35 Uhr auf NDR Kultur.

Carolin Emcke © NDR Foto: Mischa Kreiskott
Carolin Emcke: "Ich bin ein durch und durch von Musik durchzogener Mensch."

Die Idee hinter "Stereo" ist simpel, aber bestechend. "Es wird immer zwei Titel geben, zu denen ich etwas erzähle", erklärt Carolin Emcke, Host des neuen Formats. "Sie können sich aufeinander beziehen, sich ergänzen, ein ähnliches Motiv artikulieren; und hoffentlich macht das den Hörerinnen dann auch so viel Freude wie mir beim Aufnehmen." Ob Bach oder Bill Evans, Mahler oder Ahmad Jamal, Paco de Lucia oder Jessye Norman - das Spektrum der Musik, die Carolin Emcke auswählt, ist groß.

Die Liebe zur Musik als Leitmotiv

Zu Hause wurde eigentlich gar nicht so viel Musik gehört, es sei denn, der ältere Bruder legte mal Dvořáks "Aus der Neuen Welt" auf und erfand dazu Geschichten. Wesentlich waren die Konzertbesuche, von früh an, die Erfahrung des gemeinsamen Erlebens live gespielter Musik: "Ich glaube, ich bin ein durch und durch von Musik durchzogener Mensch. Die Liebe zur Musik hat mich geprägt. Für mich ist es sehr schön, dass ich diese Liebe zur Musik mit den Hörerinnen und Hörern teilen kann, nicht als Musikwissenschaftlerin -  ich bin keine Kritikerin oder ausgewiesene gebildete Kennerin von Musik. Ich liebe einfach Musik, und ich hoffe, dass sich diese Leidenschaft vermitteln lässt."

Auch beim Schreiben hört Carolin Emcke Musik: Sie weiß von jedem Buch, das sie geschrieben hat, welche Werke sie dazu gehört hat, bei "Wie wir begehren" zum Beispiel waren es Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch. "Wenn die Musik aus wäre, wäre der Text auch vorbei", sagt sie.

Immer wieder Bach

Eine Besonderheit ihres neuen Musikpodcasts: Jeden Monat ist eine Folge Johann Sebastian Bach vorbehalten: "Bach hat auf mich eine sehr stark, ich würde fast sagen lotende Wirkung. Man fühlt sich am rechten Ort oder in der richtigen Zeit, wenn man Bach hört. Dann gibt es aber an Bach auch etwas, das mich immer berührt und beeindruckt, nämlich schlicht und ergreifend die Architektonik der Musik. Es ist auch eine Musik, die mich analytisch begeistert, bei der ich beim Zuhören versuche, die Stimmen ganz genau zu verfolgen und zu erkennen, was er da gerade tut. All diese Aspekte würde ich gern entblättern und mit Freude vermitteln."

 

Carolin Emcke und Raliza Nikolov © NDR Foto: Mischa Kreiskott

AUDIO: Carolin Emcke spricht über Musik (61 Min)

 

Weitere Informationen
Carolin Emcke © picture alliance / Sven Simon Foto: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON

"Demokratie macht diese Lernprozesse möglich"

Die Publizistin Carolin Emcke veröffentlicht in der "Süddeutschen" ihre "persönlich-politischen Notizen zur Corona-Krise". Im Gespräch schildert sie ihre Beobachtungen in der Krise. mehr

Carolin Emcke © Carolin Emcke Foto: AndreasLabes

Carolin Emcke: Clausnitz hat mich erstaunt

Carolin Emcke hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Im Interview mit NDR Kultur spricht die Publizistin über die Vorfälle von Clausnitz und über Mechanismen des Hasses. mehr

Carolin Emcke und Raliza Nikolov © NDR Foto: Mischa Kreiskott

Carolin Emcke spricht über ihren "Stereo"-Podcast

Carolin Emcke, "Stimme der Humanität", zeigt sich von einer neuen Seite: Sie wird in ihrem neuen Musik-Podcast "Stereo" für NDR Kultur über die Wirkung von Musik sprechen. mehr