Stand: 11.05.2016 21:49 Uhr

Trio ohne zwei: Peter Behrens ist gestorben

Der ehemalige Schlagzeuger der Band Trio, Peter Behrens, ist tot. Wie der Verleger seiner Autobiografie am Mittwochabend bestätigte, starb der 68-Jährige an multiplem Organversagen in einem Krankenhaus in Wilhelmshaven. Behrens war wegen eines Nierenversagens bereits am 6. Mai in das Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt worden.

von Ocke Bandixen

Das Ende von Peter Behrens lag im Schatten, nicht mehr auf der großen Bühne, wie damals bei Trio, seiner großen Zeit, Anfang der 80er. "Da hatte ich das Gefühl, hier ist was, etwas, das ich noch nicht begreife. Noch nicht. Da ist was. Das war im September 1980", sagte er einmal. Es war so etwas wie Magie oder musikalische Chemie, wenn es das gibt, was Peter Behrens damals spürte.

Tanzkapelle ohne Pomp und Glanz

Der erfahrene Tanzkapellen-Schlagzeuger spielte bei den zwei anderen von Trio vor, im niedersächsischen Großenkneten. "Casting" nannte das damals kein Mensch, zumindest nicht in Norddeutschland. Die beiden anderen, das waren natürlich Stefan Remmler, der Sänger, und Kralle Krawinkel († 2014), der Gitarrist von Trio. Die hatten eine Idee von einer Band, die ganz anders sein sollte. Keine Lightshow, keine bombastische Anlage, keine Zugaben: Trio verweigerten sich den Gepflogenheiten der Branche und des Marktes.

Und fielen auf durch Witz und Ideen. Erkannt wurde das Besondere von Trio von Klaus Voormann, einem Freund der Beatles aus alten Hamburger Zeiten. Der brachte den coolen Sänger im Anzug, den Gitarristen mit der Schirmmütze und den traurig guckenden Schlagzeuger mit den roten Hosenträgern bei einer großen Plattenfirma unter. Und ab da lief es, erzählte Peter Behrens. Wenig später wurde "Dadada" zu einem internationalen Superhit. "Spiel mal wie Peter Behrens" wurde zu einem Schlagwort in Musikerkreisen, worauf er sehr stolz war.

Eine Trommel und ein trauriger Clown

Er hatte später wenig mehr als seinen Stolz. Und eben seine Geschichte. Dazu gehört auch ein langer Abstieg durch Drogen: Heroin, Kokain, Alkohol. Auch in den letzten Jahren stand oft ein Glas Wein vor ihm. Er habe das im Griff, sagte er. An den Trio-Tantiemen von damals war er nicht beteiligt, er hatte die Hits nicht geschrieben. 1986 konnten sich die drei von Trio nicht auf einen weiteren Weg einigen. Das Ende.

Nach seiner Zeit bei Trio arbeitete Peter Behrens eine Zeit lang beim Zirkus. Schließlich war Buster Keaton sein großes Vorbild gewesen. In den letzten Jahren lebte er von kleinen Gigs und Gefälligkeiten in Wilhelmshaven, wo er herkam. Und von Hartz IV. "Der Clown mit der Trommel" nannte er seine Autobiografie vor einigen Jahren - so sah er sich. Eine Trommel und ein Clown, der mit den Jahren immer trauriger aussah.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 12.05.2016 | 08:38 Uhr

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