Stand: 12.12.2016 13:21 Uhr  - Markt  | Archiv

So viel Gift steckt im Weihnachtsbaum

von Daniel Krull, David Peuyn

Stellungnahme von Bauhaus

"Unser gesamtes Pflanzensortiment beziehen wir fast 100 Prozent aus Gartenbaubetrieben, die nach Global GAP bzw. MPS zertifiziert sind. Dies beinhaltet einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen im Allgemeinen inkl. detaillierter Vorgaben für den integrierten Pflanzenschutz. Auch unsere konventionell kultivierten Weihnachtsbäume stammen von Familienbetrieben, die nach Global GAP zertifiziert sind. Zusätzlich bieten wir für die Gruppe unserer umweltorientierten Kunden Bio-Weihnachtsbäume an, die nach EU-Bio-Richtlinien zertifiziert sind. Um unsere Weihnachtsbäume zu kontrollieren führt ein akkreditiertes, unabhängiges Umweltlabor in unserem Auftrag seit Jahren regelmäßige Analysen an verschieden Produktionsstandorten durch. Hierbei werden in einem Multiscreening über 300 Wirkstoffe untersucht, obwohl es keine gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Pflanzenschutzmittel-Rückstände für Weihnachtsbäume gibt.

Wie in Ihren Ergebnissen zu erkennen ist, gibt es hier in den Vergleichsproben keine Auffälligkeiten bei über 150 Wirkstoffen die gemessen wurden. Bei drei Wirkstoffen haben Sie Werte gemessen die minimalst über der Nachweisgrenze liegen. Diese verringern sich an der Barriere der Nachweisgrenze noch um die Messwertunsicherheit über das Gesamtverfahren, die leider nicht im Prüfbericht aufgeführt ist. Für die von Ihnen genannten Stoffe gelten zur täglichen oralen Einnahme durch Kinder - bezogen auf 12 Kilogramm Körpergewicht - die nachstehenden Grenzwerte, was eine Aufnahme von folgenden Mengen an Weihnachtsbäumen entsprechen würde:

  • Prosulfocarb : ADI-Wert 0,06 mg/Tag : 0,03 mg /kg = 2 kg (Weihnachtsbaum ) pro Tag
  • Lampda-Cyhalothrin: ADI-Wert 0,6 mg/Tag : 0,07 mg/kg = 8 kg (Weihnachtsbaum) pro Tag
  • Cypermethrin: ADI-Wert 0,03 mg/Tag : 0,06 mg/kg = 0,5 kg (Weihnachtsbaum) pro Tag

Im Ergebnis bedeuten die ADI-Grenzwerte im vorliegenden Fall, dass ein kleines Kind mit 12 Kilogramm Körpergewicht über einen längeren Zeitraum jeden Tag ein halbes Kilo Weihnachtsbaum essen müsste, um den zulässigen Grenzwert bei Cypermertin erst zu erreichen. Allerdings wird ein Kind schon wegen der Bitterstoffe nicht an Weihnachtsbäumen nagen. Es geht mithin einzig darum, welche Mengen Kinder beim Berühren der Weihnachtsbäume mit den Händen oder unbedeckten Unterarme über die Haut aufnehmen würden. Diese Mengen sind aber bekanntlich deutlich geringer als bei Aufnahme über die Schleimhäute oder den Darmtrakt. Aus diesem Grunde halten wir bei den von Ihnen mitgeteilten Werten eine Gesundheitsgefährdung für ausgeschlossen."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.12.2016 | 20:15 Uhr

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