Stand: 10.02.2020 16:23 Uhr

Gas, Holz, Strom: Alternativen zur Ölheizung

Ein Mann und eine Frau stehen an einem Heizungskeller an einem Kessel. © imago images / blickwinkel
Moderne Heizanlagen sind komplexe technische Geräte.

Heizen mit Öl ist noch weit verbreitet - besonders in ländlichen Gegenden. Doch von 2026 an dürfen keine reinen Ölheizungen mehr neu eingebaut werden - wenn es Alternativen gibt. Denn Ölheizungen stoßen deutlich mehr klimaschädliches CO2 aus als andere Techniken. Wer in den kommenden Jahren seinen Ölkessel austauschen will oder muss, sollte sich also über Alternativen informieren. Die Bundesregierung fördert den Umstieg auf klimafreundlichere Anlagen mit erheblichen Zuschüssen von bis zu 45 Prozent.

VIDEO: Ölheizung: Was sind die Alternativen? (11 Min)

Mit unabhängigen Beratern planen

Nicht jede Heiztechnik eignet sich gleichermaßen für jedes Gebäude. So kommt ein gut gedämmtes Haus mit deutlich weniger Heizleistung aus. Voraussetzung für geringen Verbrauch und günstige Schadstoffwerte ist eine gut auf das Gebäude abgestimmte Anlage. Unabhängige Energieberater informieren über aktuelle Vorschriften, Techniken, Kosten und Förderungen. Adressen gibt es bei den Verbraucherzentralen, der Bund fördert solche Beratungen finanziell. Erste Hinweise bietet das Energielabel auf Heizgeräten. Es teilt die Geräte in die Klassen A+++ bis D (schlecht) ein.

Günstige Brennwertkessel

Die verbreitetste Alternative zu konventionellen Heizkesseln sind Brennwertkessel. Sie arbeiten auch mit Gas oder Öl, kühlen aber zusätzlich die eigenen Abgase ab und nutzen die so gewonnene Energie zum Heizen. Für den optimalen Effekt müssen sie möglichst gleichmäßig arbeiten und daher gut an das Gebäude angepasst sein. Brennwertgeräte sind relativ preiswert, benötigen allerdings meist einen speziellen Schornstein.

Wärmepumpen benötigen Strom

Wärmepumpen nutzen die Wärmenergie aus Luft oder Wasser, verbrauchen dabei jedoch Strom. Die "Jahresarbeitszahl" drückt aus, wie hoch der theoretische Energiegewinn ist: Bei der "Jahresarbeitszahl" 3 erzeugt die Anlage mit einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärmeenergie. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die preisgünstigere Lösung, arbeiten aber bei tiefen Temperaturen im Winter weniger effizient. Bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen entzieht die Anlage dem Boden oder dem Grundwasser die weitgehend konstante Wärmeenergie. Nachteil: Dazu müssen Leitungen im Erdreich verlegt werden, durch die Wasser zirkuliert. Dies erfordert zusätzliche Investitionen.

Wärmepumpen arbeiten mit geringen Heizwasser-Temperaturen (Vorlauftemperaturen) und eignen sich besonders für gut gedämmte Häuser mit Fußbodenheizungen. Die regelmäßige Überprüfung durch den Schornsteinfeger entfällt bei Wärmepumpen ebenso wie der Bau eines Schornsteins.

CO2-neutrale Holzheizungen

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist fast CO2-neutral. Kamin- oder Kachelöfen werden meist mit Holzscheiten befeuert, eignen sich jedoch nur bedingt als alleinige Heizung für ein Haus oder eine Wohnung. Kessel für eine zentrale Heizanlage arbeiten mit Pellets, gepressten Stückchen aus Rest- und Abfallholz, etwa aus der Möbelindustrie. Anders als Kaminöfen laufen Pelletheizungen nahezu vollautomatisch, benötigen aber einen Lagerraum für den Brennstoff.

Solarthermie als Ergänzung

Sogenannte Solaranlagen auf den Dächern gibt es als Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung und Solarthermie-Anlagen zum Erwärmen von Wasser. Da die Sonne nur zeitweise scheint, eignen sie sich nicht als alleinige Heiztechnik, sondern zur Unterstützung anderer Anlagen. Im Sommer kann Solarthermie den gesamten Warmwasserbedarf eines Haushalts decken. Voraussetzung sind ausreichend große, nach Süden ausgerichtete Kollektorflächen auf dem Dach.

Hybridheizungen, die Kombinierer

Solarthermie ist häufig ein Teil von Hybridheizungen. Sie kombinieren mit einer gemeinsamen Steuerung Gas- oder Ölheizungen mit erneuerbaren Energien. Der jeweils effizientere Teil der Heizanlage arbeitet abhängig von der Außentemperatur und dem Wärmebedarf. Bei EE-Hybridheizungen werden ausschließlich Techniken mit erneuerbaren Energien kombiniert, etwa Biomasse und Solar.

Teure Stromheizungen

Wer mit Strom heizt, muss mit sehr hohen Betriebskosten rechnen. Dem stehen zwar geringe Investitionen für den Einbau gegenüber. Unter dem Strich eignen sich reine Stromheizungen wie Infrarotheizungen jedoch höchstens als Zusatzanlagen mit kurzen Betriebszeiten.

Abfallprodukt Fernwärme

In Kraftwerken oder Industrieanlagen fällt häufig Wärmeenergie als Nebenprodukt an. Für Fernwärme-Heizungen wird heißes Wasser in Rohrleitungen in Wohnungen transportiert. Fernwärme ist relativ günstig, da die Kosten für Kauf und Wartung eines Kessels enfallen, jedoch nicht überall verfügbar.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 07.02.2020 | 16:20 Uhr

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