Heizen mit Holz: Umweltfreundliche Alternative zu Öl und Gas

Stand: 16.11.2020 12:43 Uhr

Moderne Kamin- und Pelletöfen verbrennen das Holz umweltfreundlich und sind eine günstige Heizquelle. Wichtig ist allerdings, auf die nachhaltige Herkunft des Holzes zu achten.

Heizen mit Holz ist nicht unumstritten, denn bei der Verbrennung entsteht bei älteren Öfen gesundheitsschädlicher Feinstaub. Für neuere Modelle gelten allerdings strenge Vorschriften, sodass Kaminöfen eine umweltfreundliche Ergänzung zur Öl- oder Gasheizung im Keller sein können. Wer auf eine Pelletheizung umstellt, kann sogar ganz auf das Heizen mit fossilen Brennstoffen verzichten. Der Vorteil: Beim Heizen wird nur die Menge Kohlendioxid freigesetzt, die zuvor durch den Baum gespeichert war. Im Gegensatz zum Heizen mit Öl oder Gas gilt das Heizen mit Holz daher als weitgehend klimaneutral.

Auf Zertifizierung beim Brennholz achten

Beim Heizen mit Holz sollten umweltbewusste Verbraucher unbedingt auf die Herkunft des Brennholzes achten. Holz aus osteuropäischen Ländern stammt häufig aus Wäldern, die teilweise rücksichtslos gerodet werden. Orientierung beim Kauf geben das Naturland- sowie das FSC-Siegel, beides Gütesiegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Allerdings gibt es auch am FSC-Siegel Kritik. Als nicht empfehlenswert stuft der NABU das PEFC-Siegel für Holzprodukte ein.

Neuen Kaminofen einbauen - das ist zu beachten

Wer einen Kaminofen in seiner Wohnung einbauen möchte, sollte zunächst vom Schornsteinfeger prüfen lassen, ob der Schlot frei und groß genug für den Betrieb ist. Der Einbau kann dann durch einen Fachbetrieb erfolgen. Bei der Auswahl sollte man auf das Energielabel, über das alle neuen Kamin- und Kachelöfen verfügen müssen, und auf eine gute Energieeffizienz achten. Sparsame Kaminöfen erreichen die Effizienzklasse A+.

Wer noch einen älteren Kaminöfen besitzt, muss diesen mit entsprechenden Filtern nachrüsten. Ab dem 1. Januar 2021 müssen Öfen, die von 1985 bis 1994 zugelassen wurden, die aktuellen Grenzwerte einhalten. Ein Ratgeber des Umweltbundesamtes informiert über die Vorschriften.

Holz im Kaminofen richtig schichten und anzünden

Auch das richtige Schichten des Holzes trägt dazu bei, dass die Heizwirkung möglichst effektiv ist. Die größten Scheite immer nach unten legen, die kleinsten nach oben. Die Abstände zwischen den einzelnen Scheiten sollten nicht zu groß sein und die Rinde nach außen oder unten zeigen. Zum Anzünden nie Zeitungspapier verwenden, da die Druckerschwärze Schadstoffe enthält. Experten raten, zunächst grobe Holzstücke in den Brennraum zu legen, darauf kleineres "Anmachholz" und Anzünder zu verteilen. Wichtig ist auch ausreichende Luftzufuhr.

Nur gut getrocknetes Holz verwenden

Wichtig ist zudem, dass das Brennholz gut getrocknet ist, denn je feuchter das Holz, desto mehr Feinstaub entsteht. Mit einfachen Feuchtigkeits-Messgeräten, die bereits ab 20 Euro erhältlich sind, lässt sich die Restfeuchte messen.

Pelletheizungen: Günstige Alternative zu Öl

Ein Mitarbeiter hält in der Produktion bei German Pellets in Wismar Holzpellets in den Händen. © dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
Bei der Pelletherstellung wird das Holz zu Stäbchen gepresst.

Pelletheizungen sind eine gute Alternative zur klassischen Ölheizung. Zwei Kilogramm Pellets ersetzen etwa einen Liter Heizöl. Ein Einfamilienhaus mit Pelletheizung verbraucht pro Jahr etwa fünf Tonnen Pellets, die Kosten liegen bei gut 1.000 Euro. Allerdings haben die Preise für Pellets in den letzten Jahren deutlich angezogen.

Beim Kauf der Pellets empfiehlt es sich, auf Produkte mit dem Blauen Engel oder ebenfalls mit einer FSC- oder Naturland-Zertifizierung zurückzugreifen. Verbraucher sollten zudem auf die Zertifizierung DIN plus oder EN plus achten. Diese Normen sichern die Qualität der Pellets, etwa hinsichtlich des maximalen Aschegehalts. Die Pellets am besten bei Lieferanten in der Region bestellen, denn auch der Transport verbraucht Benzin oder Diesel.

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Dieses Thema im Programm:

Wie geht das? | 14.11.2020 | 17:00 Uhr

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