Stand: 23.11.2018 11:57 Uhr

Natürlicher Pflanzenschutz mit Neemöl

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Neemöl nie bei prallem Sonnenlicht oder bei Regen auf die Pflanzen sprühen - es verfehlt sonst seine Wirkung.

Manchen Bio-Gärtnern gilt es geradezu als Wundermittel: Neemöl, auch als Niemöl bezeichnet. Das rein ökologische Mittel, das aus den Samen des indischen Neembaums gewonnen wird, wirkt gegen unterschiedlichste Schädlinge wie Käfer, Raupen, Läuse oder Spinnmilben, außerdem gegen Schnecken und Pilzbefall. Spritzt man das Neemöl direkt auf die Blätter, hilft es gegen akuten Schädlingsbefall. Gibt man es ins Gießwasser, stärkt es die Pflanze über die Wurzeln von innen heraus. Großer Vorteil: Neem schadet wirklich nur Schädlingen. Nützlinge wie Marienkäfer und Bienen, aber auch Haus- und Wildtiere sind dadurch nicht gefährdet.

Neemöl richtig anwenden

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Nur wenige Tropfen Neemöl im Gießwasser reichen aus, um Pflanzen vor Schädlingsbefall zu schützen.

Befallene Pflanzen möglichst frühmorgens mit dem verdünnten Neemöl rundherum gründlich einsprühen, damit auch alle gefräßigen Tierchen getroffen werden. Danach ist ein bisschen Geduld gefragt, denn die Schädlinge sterben nicht sofort ab - sie stellen aber das Saugen und Fressen ein. Nach einigen Tagen ist die Pflanze dann schädlingsfrei. Neemöl möglichst nicht bei Regen auftragen, damit es nicht abgewaschen wird und gründlich einwirken kann. Das Öl sollte außerdem nicht bei starkem Sonnenschein angewendet werden, da sonst die Blätter verbrennen können. Ist eine Pflanze noch nicht oder nur leicht befallen, kann man das Neemöl auch vorbeugend anwenden. Dadurch können sich die Larven nicht mehr entwickeln. Hierzu mischt man das Öl dem Gießwasser bei.

In Gartencentern sind sowohl reines Neemöl als auch gebrauchsfertige Mischungen zum Spritzen oder Gießen erhältlich. Wer selber mischt, sollte sparsam dosieren - je nach Schädlingsbefall reichen meist wenige Milliliter pro Liter Wasser aus.

In Asien lange als Heilmittel bekannt

In Südostasien und Indien sind die positiven Wirkungen der Samen des Neembaums, botanisch Antelaea azadirachta, bereits seit Langem bekannt. Wichtigster Bestandteil des Öls ist der Wirkstoff Azadirachtin, der die Schädlinge vom Fressen abhält. Daneben sorgen weitere 20 Inhaltsstoffe dafür, dass Pflanzen geschützt und Schadinsekten in ihrer Vermehrung gehemmt werden.

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