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Blattläuse natürlich bekämpfen

Stand: 22.12.2020 15:41 Uhr

Ob Rose, Sonnenblume oder Tomate: Vor Blattläusen ist kaum eine Pflanze im Garten sicher. Zum Glück gibt es natürliche Mittel, um die Tierchen zu bekämpfen.

Sie gehören zu den häufigsten Schädlingen im Garten: Blattläuse. Die kleinen Insekten befallen sowohl Zier- als auch Nutzpflanzen. Etwa 650 Arten sind bei uns heimisch, manche sind grün, andere schwarz, bräunlich oder gelb. Sie alle ernähren sich von dem zuckerhaltigen Pflanzensaft, den sie mit ihrem Stechrüssel aus den Pflanzen saugen. Haben sie eine Pflanze erst einmal befallen, vermehren Blattläuse sich je nach Witterung häufig sehr rasch. Deshalb empfiehlt es sich, bereits bei ersten Anzeichen eines Befalls zu handeln.

Woran erkenne ich einen Befall durch Blattläuse?

Marienkäfer frisst Blattläuse © fotolia Foto: manfredxy
Natürlicher Helfer: Der Siebenpunkt-Marienkäfer vertilgt täglich bis zu 150 Blattläuse.

Meist sind Blattläuse mit bloßem Auge zu erkennen. Auf einen Befall weisen zudem verkrüppelte oder zusammengerollte Blätter hin, Knospen fallen teilweise ab. Ein weiterer Hinweis ist der klebrige Belag, der sogenannte Honigtau, den die Läuse auf den Pflanzen hinterlassen. Denn die Tiere verwerten nur einen kleinen Teil des Pflanzensafts, den Rest scheiden sie wieder aus. Honigtau ist wiederum ein idealer Nährboden für bestimmte Pilze, sodass Blattläuse der Pflanze auf doppelte Weise schaden können.

Welche natürlichen Mittel helfen gegen Blattläuse?

Bei nur geringem Befall hilft es bereits, die Pflanzen mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen oder die Tiere mit dem Finger von den Blättern abzustreifen. Sind bereits viele Blattläuse zu sehen, muss es trotzdem nicht gleich die Chemiekeule sein. Folgende biologische Mittel bekämpfen die Schädlinge ebenfalls effektiv:

  • Neemöl: Pflanzen möglichst frühmorgens mit verdünntem Neemöl rundherum gründlich einsprühen, nach einigen Tagen ist die Pflanze schädlingsfrei. In Gartencentern sind sowohl reines Neemöl als auch gebrauchsfertige Mischungen zum Spritzen oder Gießen erhältlich.

  • Brennnesselbrühe: Zwei Hände voll Brennnesseln in einen Eimer geben, zwei Liter kaltes Wasser darauf gießen und zwölf Stunden ziehen lassen. Befallene Pflanzen damit gründlich einsprühen.

  • Sud aus Waschnüssen: Dazu zehn Waschnüsse (in Drogerien und Bioläden erhältlich) in einem Liter Wasser auskochen und die Pflanzen mit dem abgekühlten Sud besprühen.

  • Sud aus Rainfarn: 100 Gramm getrockneten Rainfarn mit einem Liter Wasser eine halbe Stunde kochen. Der abgekühlte Sud wird mit Wasser verdünnt. Bei geringem Befall reicht ein Verhältnis von 1:10, bei stärkerem Befall 1:6.

  • Sud aus Ackerschachtelhalm: Zutaten: 150 Gramm Ackerschachtelhalm, eine große Zwiebel, eine Knolle Knoblauch und etwas Öl pro Liter Wasser. Die Halme klein schneiden, Zwiebel und Knoblauch grob würfeln und in kochendes Wasser geben. Etwas Öl hinzugeben, das Ganze umrühren, 15 Minuten köcheln und danach abkühlen lassen. Zum Besprühen den abgekühlten Sud im Verhältnis 1:5 mit Wasser mischen. Ackerschachtelhalm hilft auch vorbeugend gegen Schädlingsbefall und Pilzerkrankungen.

  • Nützlinge im Garten ansiedeln, denn sie fressen jede Menge Blattläuse. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer etwa schafft 100-150 Blattläuse pro Tag. Geeignet sind neben dem heimischen Marienkäfer Gallmücken und Florfliegen. Die Larven sind im Fachhandel erhältlich. Effektiv bei der Bekämpfung von Blattläusen sind auch Ohrwürmer. Wer sie im Garten heimisch werden lassen will, hängt einen mit Stroh gefüllten Blumentopf mit der geöffneten Seite nach unten in einen Baum. In so einem Unterschlupf fühlen sich Ohrwürmer besonders wohl. Ungeeignet ist der asiatische Marienkäfer. Er vertilgt zwar ebenfalls viele Blattläuse, kann aber für den heimischen Marienkäfer zur Bedrohung werden.

  • Einen Nistkasten im Garten aufhängen. Bei der Aufzucht des Nachwuchses verfüttern Meisen und Co. jede Menge Blattläuse und andere Schädlinge an die immer hungrigen Jungvögel.

Der weit verbreitete Tipp, einfach eine Mischung aus Wasser und Spülmittel oder Spiritus auf die Pflanzen zu sprühen, ist wenig empfehlenswert, da auf diese Weise chemische Stoffe in die Umwelt gelangen.

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