Eine reife Löwenzahnpflanze ("Pusteblume"). © NDR Foto: Sigrid Rehm aus Rostock

Löwenzahn: Lästiges Unkraut und gesunde Heilpflanze

Stand: 05.05.2021 16:17 Uhr

Die einen halten Löwenzahn für ein lästiges Unkraut, andere schätzen ihn für seine heilende Wirkung und als Zutat für einen schmackhaften Salat. Fakten über eine vielseitigen Pflanze.

Im Frühjahr ist Löwenzahn nicht zu übersehen. Ganze Wiesen leuchten im kräftigen Gelb seiner Blüten. Aber auch wenige Millimeter Platz zwischen Pflastersteinen genügen der schier unverwüstlichen Pflanze als Standort.

Wie werde ich Löwenzahn im Garten los?

Ein Löwenzahn mit seinen Pfahlwurzeln © NDR Foto: Udo Tanske
Löwenzahn hat sogenannte Pfahlwurzeln, die sehr tief reichen können.

Hobbygärtner haben meist kein gutes Verhältnis zu Löwenzahn, denn er vermehrt sich rasant. Wer das unterbinden möchte, muss verhindern, dass sich die weißen Samen verbreiten. Solange Löwenzahn gelb blüht, ist er eine gute Nahrungsquelle für Bienen und Insekten. Nach kurzer Zeit schließt sich die Blüte und bildet Samen aus. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, sie zu entfernen. Tut man dies nicht, erscheint eine dekorative, zarte, weiße Samenkugel - die bei Kindern beliebte Pusteblume. Der Wind trägt die Samenkörner dann wie an einem Gleitschirm fort.

Wirklich beseitigt hat man Löwenzahn erst, wenn man die Pfahlwurzel komplett aussticht. Bei großen Pflanzen kann sie rund einen Meter tief im Boden stecken. Bleiben Reste in der Erde, treiben sie erneut aus. Tipp: Aus den Pflanzen lässt sich hervorragend eine Pflanzenjauche zum Düngen herstellen.

Kann man Löwenzahn essen?

Eine gelbe Blüte eines Löwenzahns und Gänseblümchen auf einer Wiese. © Colourbox Foto: -
Alle Pflanzenteile des Löwenzahns sind essbar.

Löwenzahn gehört zu den essbaren Wildkräutern. Das gilt grundsätzlich für die gesamte Pflanze. Beliebt sind Blätter von jungen Pflanzen, die noch nicht blühen. Sie schmecken als Salat weniger bitter als ältere. Aus den Wurzeln lässt sich Saft pressen oder - frisch und getrocknet - Tee zubereiten. Die Blüten eignen sich für einen Sirup. Wer allergisch auf Korbblütler reagiert, sollte Löwenzahn meiden. Wichtig ist, ihn nur in Bereichen zu sammeln, die für Hunde und andere Tiere nicht erreichbar sind.    

Sind die Stängel giftig?

Eine Hand hält die gelbe Blüte eines Löwenzahns. © Colourbox Foto: -
Der Saft von Löwenzahn kann zu bräunlichen Verfärbungen auf der Haut führen.

Die röhrenartigen Stängel und die Wurzel des Löwenzahns enthalten eine weiße, klebrige Flüssigkeit. Darin sind Bitterstoffe, Triterpene und Harze enthalten. In großen Mengen können sie zu Bauchschmerzen, Brechreiz und Durchfall führen. Manche Menschen reagieren mit Juckreiz, wenn der Saft die Haut berührt. Außerdem hinterlässt er braune Flecken auf der Haut, die sich schlecht abwaschen lassen.

Ist Löwenzahn ein Heilmittel?

In der Naturheilkunde unterstützt Löwenzahn die Funktionen von Leber, Galle und Niere. Löwenzahn-Tee wirkt harntreibend, hilft gegen Völlegefühl und regt die Fettverbrennung an. Das Kraut wird auch in Form von Dragees und als Sirup angeboten.

Warum heißt die Pflanze Löwenzahn?

Ein Blick auf die grünen Blätter des Löwenzahns macht es deutlich: Sie sind kräftig gezackt, die einzelnen Spitzen erinnern an die scharfen Reißzähne von Löwen. Neben dem lateinischen Namen Taraxacum officinale wird Löwenzahn unter anderem auch Butterblume, Maiblume oder Pusteblume genannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 08.05.2021 | 06:50 Uhr

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