Stand: 07.12.2017 17:19 Uhr  | Archiv

Wie entstehen Diamanten?

Sie sind ein Symbol für Reichtum und Schönheit, für Unvergänglichkeit und Macht: Diamanten faszinieren die Menschheit seit Langem. Dabei sind Diamanten chemisch betrachtet nichts anderes als Kohlenstoff, also das Element, aus dem auch Kohle, Ruß oder Grafit bestehen.

Entstehung im Erdinneren

Diamanten entstanden vor Millionen von Jahren, tief im Erdinneren, Hunderte Kilometer unter der Erdkruste. Unter starkem Druck und bei glühender Hitze fügen sich Kohlenstoffatome zu einem festen Kristallgitter und bilden Rohdiamanten. Bei Vulkanausbrüchen werden sie an die Erdoberfläche transportiert. Daher findet man Rohdiamanten auch im Gestein erloschener Vulkane.

Edelsteine: Je seltener, desto teurer

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Diamanten sind faszinierend und auch aus wissenschaftlicher Sicht etwas ganz besonderes.

Diamanten sind, wie andere Edelsteine auch, seltene Mineralien, die sich durch ihre chemische Reinheit, Farbe und Transparenz sowie ihre Widerstandsfähigkeit auszeichnen. Dabei basiert jede Edelsteinsorte auf einer bestimmten chemischen Zusammensetzung. Auch der Schliff spielt eine Rolle, denn erst die Bearbeitung bringt den Glanz und die Farbe von Edelsteinen voll zur Geltung. Je seltener ein Stein zu finden ist, desto teurer wird er gehandelt. Die vier Cs - Clarity (Klarheit), Colour (Farbe), Cut (Schnitt) und Carat (Größe in Karat) entscheiden über den Preis eines Steins.

Die Gewichtseinheit Karat

Die Maßeinheit für das Gewicht eines Diamanten ist Karat. Karat war im Alterum das Gewicht eines getrockneten Samenkorns des Johannisbrotbaums. Die Samen sind alle ungefähr gleich groß und wiegen etwa 200 Milligramm. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm.

Handel mit "Blutdiamanten" ist verboten

Zu den größten Förderländern von Diamanten gehören Russland, Botswana, der Kongo, Australien und Kanada. Immer wieder werden Diamanten auch illegal geschürft: Sogenannte Blutdiamanten wurden aus afrikanischen Konfliktregionen geschmuggelt, um damit Bürgerkriege und Rebellentruppen zu finanzieren. Um den Handel mit "Blutdiamanten" zu verhindern, regelt seit 2003 der sogenannte Kimberley-Prozess den internationalen Diamanten-Handel. Die legale Herkunft jedes Steins muss demnach per Zertifikat belegt werden.

Künstliche Diamanten

Diamanten sind auch interessant für die Wissenschaft, denn sie sind das härteste Material der Welt. Ein Diamant zerschneidet mühelos Marmor oder Granit. Deshalb wird er auch in Bohrköpfen, Schleif-und Schneidewerkzeugen eingesetzt. Auch in der Medizin kommen zum Beispiel Diamantbohrer zum Einsatz. Naturdiamanten wären aber zu teuer - dafür werden industriell gefertigte Diamanten verwendet. Forschern in Freiburg ist es kürzlich gelungen, die Herstellung künstlicher Diamanten so zu beschleunigen, dass eine massenweise Fertigung möglich werden soll. Den Schmuckmarkt haben die Wissenschaftler nicht im Visier - sie interessieren sich nur für die industrielle Verwendung.

Diamantenregen auf Neptun

Im Sommer 2017 wiesen Forscher erstmals experimentell nach, dass es auf dem Planeten Neptun Diamanten regnet. Der Neptun ist der äußerste und kälteste Planet unseres Sonnensystems und hat einen festen Kern, der von Eis umschlossen ist. Dieses kosmische Eis setzt sich aus Kohlenwasserstoff, Wasser und Ammoniak zusammen. Astrophysiker hatten schon länger die Vermutung, dass die Kohlenwasserstoffe aufgetrennt werden, weil unter der Oberfläche des Planeten extrem hoher Druck herrscht. Dabei bilden sich Diamanten, die dann weiter ins Innere des Planeten sinken. Die Forscher simulierten unter anderem mithilfe eines ultrastarken Röntgenlasers Bedingungen wie im Inneren des Neptuns. Auf diese Weise konnten sie in Echtzeit die Aufspaltung von Kohlenwasserstoff und die Umwandlung des Kohlenstoffes in Diamant beobachten.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 08.12.2017 | 16:20 Uhr

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