Stand: 10.07.2016 21:44 Uhr  | Archiv

Plastik oder Papier - was ist schädlicher?

von Claudia Plaß und Michael Latz
Zwei Menschen tragen mehrere weiße Plastiktüten. © dpa - Bildfunk Foto: Matthias Balk
76 Plastiktüten verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr.

Eine Plastiktüte besteht meist aus Polyethylen oder Polypropylen, das wiederum wird aus Erdöl gewonnen. Für eine herkömmliche circa 20 Gramm schwere Plastiktüte werden 40 Gramm Erdöl benötigt. Eine Plastiktüte wird etwa 100 Jahre alt. Sie ist schwerer zu entsorgen als eine Papiertüte. Im Vergleich zu anderem Plastikabfall landet die Plastiktüte - und andere dünne Plastikfolien - unbeabsichtigt in der Umwelt. Der Wind wirbelt die Tüten zum Beispiel durch Parks.

Papiertüten mehrfach verwenden

Papiertüte © Fotolia Foto: Brian Jackson
Die Ökobilanz für Papiertüten fällt gemischt aus.

Auch wenn Papiertüten leichter verrotten: Die Herstellung einer Papiertüte belastet die Umwelt stärker als die Produktion einer Plastiktüte. Bei der Herstellung einer Papiertüte werden mehr Wasser und Rohstoffe verbraucht, und es wird mehr Kohlendioxid erzeugt. Man müsste eine Papiertüte daher öfter verwenden als eine Plastiktüte, um diesen Nachteil auszugleichen.

Plastikmüll belastet die Meere

Der Plastikmüll, der im Meer landet, ist ein Riesenproblem für die Umwelt. Mehr als acht Millionen Tonnen Plastikabfälle landen jedes Jahr in den Ozeanen. Ein riesiger Müllstrudel hat sich zwischen Kalifornien und Hawaii gebildet. Angetrieben durch Wind und Strömungen dreht sich diese schwimmende Müllhalde in einem Wirbel auf dem Ozean. Solche Plastikteppiche gibt es auch im Südpazifik, im Atlantischen und im Indischen Ozean. Meeresbewohner verwechseln Kunststoffe mit Nahrung. Sie verenden an dem Plastikmüll, den sie fressen, oder verfangen sich im Kunststoffmüll. Laut NABU verenden jedes Jahr eine Million Seevögel durch Kunststoffe.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 11.07.2016 | 06:00 Uhr

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