Stand: 18.02.2019 14:35 Uhr

Mozart und seine Zeitgenossen

Mozart+
von Olga Peretyatko
Vorgestellt von Chantal Nastasi
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Olga Peretyatkos Stimme klingt heute reifer, elastischer und wärmer als zu Beginn ihrer Karriere.

Seit sie 2007 Plácido Domingos "Operalia"-Wettbewerb gewann, steht ihr Name auf den Besetzungslisten der internationalen Opernhäuser. 2010 macht Olga Peretyatko mit der halsbrecherischen Partie von Strawinskys "Le Rossignol" in Aix-en-Provence Furore, singt 2012 an der Deutschen Oper Berlin "Lucia di Lammermoor", steht 2013 an der Seite von Rolando Villazon in Mozarts "Lucio Silla" bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne, debütiert 2014 an der New Yorker Met. Die Koloratursopranistin ist berühmt für ihren Mozart, und seine Musik steht auch im Zentrum ihres neuen Albums "Mozart+".

"Nur zu flüchtig bist du verschwunden", heißt es in Mozarts Figaro. Bei Olga Peretyatko klingen diese Zeilen federleicht, fließend und doch innig. Dass ihr Mozart liegt, ist kein Geheimnis. Peretyatko hat mit Mozart ihre Karriere begonnen - eine Stimme mit großem Umfang, die heute reifer, noch elastischer und wärmer klingt.

Perfekte Klangbalance

Das Strahlende und Jubilierende in den Höhen kann Peretyatko ebenso zeigen wie das Dunkel-Tragische. Auf ihrem neuen Album "Mozart+" kommen neben Mozart Zeitgenossen wie Giovanni Paisello, Vicente Martín y Soler und Tommaso Traetta zu Gehör. Seine Oper "Antigona" komponierte Traetta für den Hof von Katharina der Großen in St. Petersburg, der Heimatstadt von Peretyatko. Und auch Vicente Martín y Soler, dessen "Il barbero di buon cuore" sie aufgenommen hat, war dort Hofkomponist. Mehrfach sind Mozart und Soler einander begegnet, und auch mit Paisiello stand Mozart in engem Kontakt.

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Begleitet wird Peretyatko vom Sinfonieorchester Basel und seinem Chefdirigenten Ivor Bolton, mit dem sie auch ihr letztes Album mit Musik von Gabriel Fauré aufgenommen hat. Ein umsichtiges Miteinander mit beweglichem, lebendigem Timing und perfekter Klangbalance.

"Ich bin älter und seriöser geworden"

Peretyatko legt mit "Mozart+" ein facettenreiches Album vor, mit dem sie ihre verlässlich-klare Stimme, die scheinbar leichten Koloraturen und ihre sinnliche Seite erneut unter Beweis stellt. Auf dem Cover blickt die Sängerin fest in die Kamera, die Hand an den Oberkörper haltend, als wollte sie sagen: Ich bleibe ganz bei mir. "Das Foto für das Cover habe ich selbst ausgewählt", sagt Peretyatko. "Ich wollte ein bisschen weg von diesem immer lächelnden Mädchen. Ich bin jetzt älter und seriöser geworden und das spiegelt sich in diesem Blick und in dieser Geste wieder. Das ist genau, was ich jetzt bin."

Mozart+

Label:
Sony Classical

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 18.02.2019 | 06:40 Uhr