Stand: 09.02.2018 13:29 Uhr

Daniel Hopes Ausflug in die Musikgeschichte

Journey to Mozart
von Daniel Hope
Vorgestellt von Anna Novak

Geiger Daniel Hope ist ein sehr regelmäßiger Veröffentlicher. Seine Arbeit als Künstlerischer Leiter des Zürcher Kammerorchesters ist schon in einigen Einspielungen festgehalten - auf einer neuen Aufnahme geht Hope mit dem Orchester nun auf die Reise. Auf musikalische Klangreise zurück ins 18. Jahrhundert.

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Der britische Stargeiger Daniel Hope hat sich auch als Autor und musikalischer Aktivist mit besonderen Projekten einen Namen gemacht.

Daniel Hope nimmt den Zuhörer mit auf eine Reise. Eine Reise, bei der Wolfgang Amadeus Mozart nicht nur der Zielpunkt, sondern auch ständiger Begleiter ist. Denn alle Komponisten, deren Werke hier erklingen, sind bewusst im Bezug zu Mozart gewählt - Mozart hat sie als Komponisten anerkannt oder sogar persönlich gekannt.

Mozart und seine Kollegen

"Der Tanz der Furien" - für die Zeitgenossen dürften diese Klänge aus Glucks Oper "Orfeo ed Euridice" ein Schock gewesen sein, mutmaßt Daniel Hope. Da zieht er die Parallele zu Mozart: Auch Gluck hat teils revolutionär komponiert. Hope und das Zürcher Kammerorchester bürsten dieses Stück so richtig gegen den Strich: Sie spielen dicht und schroff und verleihen den Furien eindrucksvoll ein wildes Gesicht.

Das Herzstück der Aufnahme ist aber Mozarts G-Dur Violinkonzert Nr. 3. Daniel Hope stellt es dem großen G-Dur Konzert von Haydn gegenüber, das sieben Jahre vorher entstanden ist. Die Stücke stehen in der gleichen Tonart und zeigen doch, dass die Beiden kompositorisch andere Visionen hatten: Haydns Violinkonzert ist edel und fein verziert - während Mozart immer wieder munter aus G-Dur ausbricht. Daniel Hope kitzelt aus Mozarts Violinkonzert die ganze Verspieltheit heraus.

Vorher führt ein kurzer Abstecher zum in Italien geborenen böhmischen Komponisten Josef Myslivecek. Einer der vielen Zeitgenossen, der später im Schatten Mozarts unterging, dessen Werk aber durchaus eine gute Verknüpfung zwischen Haydn und Mozart ist - beeinflusst von beiden, aber näher an Mozart, den er auch persönlich kannte. Und hinterher gibt es eine Komposition von Johann Peter Salomon zu hören - der Herr, der der "Jupiter"-Sinfonie wohl den Beinamen verschafft verschafft hat. Salomon versucht in seiner Romanze Mozart weiterzudenken, mit großen Bögen und schon in Richtung Romantik.

So klingt Teamwork

Auch die gemeinsame Reise von Daniel Hope und dem Zürcher Kammerorchester ist in dieser Aufnahme dokumentiert. Es ist eine beschwingte Reise auf Augenhöhe. Engagiert, nach vorne strebend und immer mit einem gemeinsamen musikalischen Gedanken. So klingt Teamwork - Daniel Hope nennt das Orchester mittlerweile gar seine "Familie".

Für Mozartliebhaber lohnt sich dieser Ausflug in die Musikgeschichte allemal. Es ist ein interessanter Einblick in die kompositorischen Einflüsse rund um das musikalische Genie Mozarts - das seine Einzigartigkeit in seiner Zeit nochmal hervorhebt. Die Aufnahme schließt mit einer neuen Bearbeitung des letzten Satzes "Rondo alla turca" der A-Dur Sonate KV 331. Diese Bearbeitung hätte ein bisschen mehr Mozartschen Witz vertragen, denn so frech wie Daniel Hope sich mit wilder Frisur auf dem Cover dieser CD präsentiert, klingt sein Geigenspiel hier leider nicht.

Journey to Mozart

Label:
Deutsche Grammophon

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 12.02.2018 | 15:20 Uhr

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