Starke Stücke

Mit Petra Rieß

Dienstag, 24. September 2019, 13:00 bis 14:00 Uhr

"Ein Sommernachtstraum" op. 61 von Mendelssohn

Es muss ein unbeschwerter Sommer gewesen sein, damals 1826 in Berlin. Felix Mendelssohn Bartholdy war 17 Jahre alt. Das Haus der Familie Mendelssohn war mit einem extra vom Vater eingerichteten Salon Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler jener Zeit. Auch Heinrich Heine war regelmäßig dort zu Gast.

Felix Mendelssohn-Bartholdy © picture alliance/akg-images Foto: akg-images
Felix Mendelssohn Bartholdy (1803 - 1847) komponierte die Bühnenmusik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" 1826.

Es war in jenem Sommer, als Mendelssohn die Theaterstücke Shakespeares kennenlernte. Er war begeistert, seine Fantasie war angeregt und er, an einer Bühnenmusik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" zu schreiben. Damals entstand die Ouvertüre, die dann am 10. November 1826,  vierhändig von ihm und seiner Schwester Fanny, in eben jenem Salon uraufgeführt wurde.

Die mehrteilige Orchesterfassung, die Bühnenmusik, aus der vor allem der Hochzeitsmarsch berühmt wurde, entstand viel später, 1842, im Auftrag des Preußischen Königs, Friedrich Wilhelm IV.

Eine Bühnenmusik inspiriert von Shakespeare

Die Künstlerin und Komponistin Fanny Hensel auf einem Gemälde von 1842 © Wikicommons
Fanny Hensel (1805-1847) komponierte ebenfalls. Doch viele ihrer Kompositionen erschienen zunächst unter dem Namen ihres Bruders, weil deren Vater ihre Veröffentlichungen untersagte.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Hochzeitsfeier von König Theseus und Hippolyte am Athener Hof: Sechs Athener Handwerker treffen sich, um auf dieser Feier die "tief tragische Komödie" von Pyramus und Thisbe aufzuführen. Die Proben für das Stück sollen im nahe gelegenen Schlosswald stattfinden - wo der Elfenkönig Oberon mit seiner Gattin Titania und seinem Gefolge wohnt. Die jeweiligen Liebschaften kommen sich ins Gehege und Oberon träufelt seiner Gattin Titania mit einem Fluch ("Erwache erst, wenn ein Scheusal in Deiner Gegenwart ist") den Nektar der Zauberblume in die Augen. Und so nimmt der Sommernachtstraum seinen Lauf.

Mendelssohns "Sommernachtstraum" besteht aus  insgesamt elf Sätzen:

1. Ouvertüre: Allegro di molto
2. Scherzo: Allegro vivace
3. Elfenreigen: Allegro vivace
4. Lied mit Chor ("Bunte Schlangen, zweigezüngt"): Allegro ma non troppo
5. Intermezzo: Allegro appassionato
6. Notturno: Con moto tranquillo
7. Hochzeitsmarsch: Allegro vivace
8. Marcia funebre: Andante comodo
9. Ein Tanz von Rüpeln (Bergamasca): Allegro di molto
10. Intermezzo: Allegro vivace
11. Finale ("Bei des Feuers mattem Flimmern"): Allegro di molto

Wir hören heute die Aufnahme des Royal Scottish National Orchestra mit dem Junior Chorus, sowie  Alison Hagley, Sopran. Lassen  wir uns verzaubern  von dieser Sommernacht, in der wilde Träume die Helden verwirren, und am Morgen erleichtert aufwachen lassen.

Weitere Informationen
Dach der Elbphilharmonie in Hamburg © picture alliance/Bildagentur-online Foto: Bildagentur-online/Ohde

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