Das Konzert

Freitag, 03. April 2020, 20:00 bis 22:04 Uhr

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Die "Accademia Barocca Lucernensis" spielt auf Instrumenten nach historischem Vorbild in historischer Stimmung - für ein möglichst authentisches Klangerlebnis.

Ein Werk, das einen von Anfang an in seinen Bann zieht. Bereits von den ersten Takten des Eingangschors an fühlt man sich mitten im Geschehen. Beginnend mit den Sechzehntel-Windungen der Violinen, den vorantreibenden Achteln der Violoncelli und den impulsiven Halben der Bässe, die wie Hammerschläge auf die Kreuznägel daherzukommen scheinen. Und schließlich die empfindsamen und klagenden Sekundreibungen der beiden Oboen. "Herr, unser Herrscher" singt wenig später der Chor. Bach vertont die Leidensgeschichte Jesu nach dem Johannes-Evangelium von der Gefangennahme im Garten Gethsemane bis zur Grablegung des Gekreuzigten auf eine eindrucksvolle Weise, die heute, fast 300 Jahre nach der Erstaufführung, wie damals tief berührt.

Javier Ulises Illán dirigiert Bachs "Johannes-Passion"

Neben Bachs Matthäus-Passion ist seine 1724 in Leipzig uraufgeführte "Passio secundum Johannem" ein fester Bestandteil des Konzertlebens in der Passionszeit. Chorsängerinnen und Chorsänger proben monatelang für eine Aufführung in Ihrer Kirchengemeinde. Konzertbesucherinnen und -besucher haben sich den Termin schon weit im Voraus in den Kalender eingetragen, und das Jahr für Jahr.

Doch in diesem Jahr ist alles anders: Die Corona-Krise hat das Konzertleben seit Mitte März in weiten Teilen Europas und in zahlreichen Ländern weltweit zum Erliegen gebracht. So musste auch die Aufführung vom 3. April mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in der Elbphilharmonie, die wir live auf NDR Kultur übertragen wollten, abgesagt werden. Auf der Suche nach einer aktuellen Konzertaufnahme sind wir auf ein Angebot des Schweizer Rundfunks (SRF) aufmerksam geworden. Am 12. März, nur wenige Tage vor der länderübergreifenden Absage aller Konzerte, führte die "Accademia Barocca Lucernensis" unter Leitung von Javier Ulises Illán Bachs "Johannes-Passion" im Konzertsaal des KKL Kultur- und Kongresszentrum Luzern mit großem Erfolg auf. Ein Ensemble, das ausschließlich aus jungen Berufsmusikerinnen und -musikern besteht, die sich professionell mit der Aufführung Barocker Vokalwerke beschäftigen. Die Luzerner "Johannes-Passion" ist ihnen bestens geglückt.

Ensemble Accademia Barocca Lucernensis

Jugendlich frische, farbige, emotionsgeladene und temperamentvolle Interpretationen von Werken der Alten Meister, das ist das Markenzeichen der 2014 gegründeten Accademia Barocca Lucernensis. Von Anfang an liegt der Schwerpunkt des Ensembles auf der Vokalmusik des Barock. Das Ensemble setzt sich aus einem Stamm von Solisten, einem Chor sowie einem Barockorchester von jungen Berufsmusikern und -sängern zusammen. Die Accademia Barocca Lucernensis orientiert sich an der historisch informierten Aufführungspraxis und spielt auf historischen Instrumenten und in historischer Stimmung.

Das Programm


Johann Sebastian Bach
Johannes-Passion BWV 245

Mauro Peter Tenor (Evangelist)
Julia Doyle Sopran (Arien und Magd)
Alberto Miguélez Rouco Countertenor (Arien)
Remy Burnens Tenor (Arien und Knecht)
Lisandro Abadie Bass (Arien und Petrus)
Flurin Caduff Bass (Jesus)
Serafin Heusser Bass (Pilatus)
Accademia Barocca Lucernensis / Ltg.: Javier Ulises Illán

Aufzeichnung des SRF vom 12.03.2020 im Konzertsaal des Konzertsaal des KKL Konzert- und Kongresszentrums Luzern

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