Ein Smartphone auf dem die Luca-App geöffnet ist liegt zusammen mit einer FFP2-Maske auf einem Tisch. © picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hard Foto: Christoph Hard

Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragte kritisiert Luca-App

Stand: 19.04.2021 18:43 Uhr

Während der Corona-Pandemie nutzen viele Geschäfte die App Luca zur Kontaktnachverfolgung. Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragte sieht das skeptisch. Landkreistag und Städteverband bewerten die App positiv.

Es gebe noch viele offene Fragen, die mit den Entwicklern, aber auch mit mehreren Ministerien zu klären seien, sagte Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragte Marit Hansen NDR Schleswig-Holstein. Ein wichtiger Kritikpunkt für Hansen ist die zentrale Datenspeicherung bei einem privaten Anbieter: Die Kontaktdaten aller Gäste von allen Restaurants, Bars, Kneipen, Kinos und Theater lägen damit auf einem großen Datenhaufen. Handgeschriebene Listen hingegen würden direkt vor Ort abends sicher verschlossen, so Hansen.

Hansen: Luca-App als Pflicht geht nicht

Auch wenn der zentrale Luca-Server nach Entwicklerangaben gegen unbefugte Zugriffe geschützt ist, sieht Hansen ein Risiko. Geklärt werden müsse zudem, warum das Land in Modellregionen die Kontaktnachverfolgung über Luca zur Pflicht mache. Das dürfe nicht sein. Es müsse immer auch möglich sein, seine Kontaktdaten ohne diese App zu hinterlegen, so Hansen.

Landkreistag: Besser als Papierlisten

Landkreistag und Städteverband bewerten die App dagegen positiv. Sie erklärten in einer gemeinsamen Pressemitteilung, die Kontaktnachverfolgung mit Luca sei zielführend, datensicher und qualitativ besser als die über Papierlisten. Sie biete einen klaren Mehrwert für die Gesundheitsämter im Land.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.04.2021 | 17:00 Uhr

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