Stand: 30.03.2020 16:34 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Recyclinghöfe geschlossen: Wohin mit dem Müll?

In Schleswig-Holstein haben viele Recyclinghöfe geschlossen. Illegale Sperrmüllhaufen belasten die Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe.

Gartenarbeit, Keller entrümpeln, aufräumen - viele erledigen jetzt zu Hause lange aufgeschobene Arbeiten oder stellen fest, dass sich die Tonne im "Home Office" viel schneller füllt als sonst. Entsorgungsbetriebe wie der Zweckverband Ostholstein berichten, dass derzeit mehr Müll als gewöhnlich anfällt. Dieser Umstand trifft auf eine sowieso schon angespannte Situation: Die meisten Recyclinghöfe in Schleswig-Holstein haben zum Schutz der Gesundheit geschlossen. Im Kreis Stormarn ist auch die Entsorgung des Restmülls ein Problem.

Müll nicht vor den Recyclinghöfen abstellen

Einige legen ihren Schrott oder ihre Gartenabfälle unerlaubterweise neben Glas- und Papiercontainer und hoffen, dass die Sachen irgendwann mitgenommen werden. Andere lassen ihren Müll, zum Leid der Mitarbeiter, vor den Toren der Recyclinghöfe oder an der Straße stehen. Die illegalen Sperrmüllhaufen belasteten die Mitarbeiter, die ohnehin schon im Notdienst arbeiten würden, erklärt der Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel.

Was tun, wenn der Recyclinghof geschlossen ist?

Die Entsorger bitten, den Müll erst einmal zu Hause zu lagern bis die Höfe wieder öffnen. In Flensburg kann man in dringenden Fällen - wie etwa bei einem Umzug - einen Termin vereinbaren. Einige Entsorgungsbetriebe - zum Beispiel in Lübeck - bieten an, Sperrmüll von zu Hause abzuholen. Dafür kann man Termine online vereinbaren. Das gilt jedoch nicht für Baum- und Strauchschnitt. Auch private Entsorgungsbetriebe, bieten an, Müll kostenpflichtig abzuholen. Insgesamt gilt jedoch: Aufräumen ja, entsorgen später.

Restmüll im Kreis Stormarn bleibt liegen

Im Kreis Stormarn bleibt auch der Restmüll liegen - dazu gehören zum Beispiel Windeln, Staubsaugerbeutel und Hygieneartikel. Ab heute (30.3.) wird laut Angaben der Abfallwirtschaft Südholstein der Restmüll von 128.000 Haushalten für zwei Wochen nicht abgeholt. Alle Behälter mit einem Volumen zwischen 40 und 240 Liter seien davon betroffen. Großbehälter, wie sie zum Beispiel Krankenhäuser oder große Mehrfamilienhäuser verwenden, sollen aber weiterhin abgeholt werden. Mehr als ein Drittel der Fahrzeugflotte sei gerade nicht einsetzbar - etwa, weil Fahrer krank oder in Quarantäne seien. Außerdem gebe es wegen der Corona-Krise Engpässe bei Lieferungen für Ersatzteile der Müllwagen. In äußersten Notfällen dürfe man einen Sack mit Restmüll zur Abholung neben die Tonne stellen. Seit heute werden in dem Kreis immerhin die Biotonnen wieder abgeholt - auch diese Abholung war für zwei Wochen ausgesetzt.

Recyclinghöfe in Schleswig-Holstein arbeiten mit Einschränkungen

Sollten Sie einen Wertstoffhof besuchen, achten Sie auf den Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen und rechnen Sie mit Wartezeiten. Außerdem ist es ratsam, sich über die aktuellen Öffnungszeiten und Angebote der regionalen Recyclinghöfe zu informieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein bis 3 | 30.03.2020 | 10:10 Uhr

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