Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Kaum Klassen in Quarantäne: Prien zieht positive Schulstart-Bilanz

Stand: 01.10.2021 17:18 Uhr

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat am Freitag in Kiel eine Bilanz für die ersten neun Wochen des Schuljahres 2020/21 gezogen. Außerdem gab sie einen Ausblick, wie es mit Tests und Masken weitergehen soll.

Schleswig-Holstein belege bei den Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren bundesweit einen Spitzenplatz, sagte die Ministerin. Etwa jeder zweite Schüler im Land sei bereits vollständig geimpft. Prien sieht darin einen wichtigen Baustein für verlässlichen Präsenzunterricht an den Schulen: "Die Schülerinnen und Schüler konnten nach den schwierigen Monaten des Lernens in der Pandemie gut wieder in den Schulen ankommen."

Eine Maske liegt auf einem Schultisch. © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig Foto: Fleig / Eibner-Pressefoto
AUDIO: Prien: Masken sollen im November fallen (1 Min)

Prien: Pandemie breitet sich in den Schulen nicht besonders aus

Das sei auch ein Verdienst der einfühlsamen und professionellen Lehrkräfte. Prien verwies darauf, dass nur in ganz wenigen Einzelfällen zu Beginn des Schuljahres ganze Lerngruppen in Quarantäne mussten. "Die Schulen haben sich durch konsequentes Testen und die Maskenpflicht nicht als Orte gezeigt, an denen sich die Pandemie besonders ausbreitet", sagte die Bildungsministerin.

Lernfortschritt wird in Jahrgangsstufe 3 überprüft

Nach Angaben des Ministeriums sind die einzelnen Kinder sehr unterschiedlich durch die Pandemie gekommen, bezogen auf den Lernstand. Daher wurde in der Jahrgangsstufe 3 bis Ende September die vergleichende Studie VERA 3 in den Bereiche Lesen, Zuhören und Mathematik durchgeführt. Die Ergebnisse werden laut Prien aktuell ausgewertet: "Von unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wissen wir, dass wir vor allem die sozialen und psychosozialen Folgen der Schülerinnen und Schüler im Blick halten müssen."

Auch Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erwartet die Ergebnisse und die Maßnahmen, die die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP daraus ableiten werde, mit Spannung. "Diese müssen verbindlich sein und Eltern, Schülerinnen und Schüler müssen wissen, worauf sie sich konkret und überall verlassen können", teilte er mit.

Ersatz für Corona-Tests in der Schule

Da sich die Schüler in den Ferien nicht im Unterricht selbst testen können, drohte der Test-Nachweis, den die Schulen ausgestellt haben, zu verfallen. Darum hat das Bildungsministerium dafür gesorgt, dass für Kinder und Jugendliche Tests zu Hause und eine qualifizierte Selbstauskunft als Ersatz gelten. So können sie weithin an Kultur- und Freizeitangeboten teilnehmen.

Maskenpflicht soll im November fallen

Prien bestätigte noch einmal, dass die Maskenpflicht im Unterricht nach den Herbstferien noch zwei Wochen weiter gelten wird. Danach soll sie bei günstiger Pandiemielage weiter gelockert werden. "Die Details sind gerade in der letzten Abstimmung, aber ich gehe davon aus, dass wir etwa an den Sitzplätzen auf die Masken verzichten werden, während auf den Laufwegen weiterhin die Maske getragen wird", sagte Prien.

SPD: Sicherheit vor Schnelligkeit

Habersaat verwies darauf, dass Kinder unter 12 Jahren sich weiterhin nicht impfen lassen können und mahnte, dass das Infektionsgeschehen genau beobachtet werden solle, bevor die Maskenpflicht gelockert wird. "Sicherheit sollte hier vor Schnelligkeit gehen", so der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.10.2021 | 16:00 Uhr

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