Stand: 21.01.2020 12:32 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

UKSH: Nächste Verhandlungsrunde gescheitert

Die vierte Verhandlungsrunde ist gescheitert: Wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte, sind die Tarifverhandlungen mit dem Klinikvorstand am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) erneut ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Es sei unfassbar, wie gleichgültig die Verhandlungen geführt worden seien, kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt den UKSH-Vorstand. Der Arbeitgeber habe kein abschlussfähiges Angebot vorgelegt.

Ein Pfleger schiebt ein Bett durch einen Krankenhausflur © dpa/Picture Alliance

UKSH-Tarifverhandlungen ergebnislos beendet

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Die Arbeitgeber haben laut ver.di kein abschlussfähiges Angebot vorgelegt. Es geht bei den Gesprächen um einen Tarifvertrag, der die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten am UKSH senken soll.

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Klinik kann ver.di-Forderung nicht nachvollziehen

Für UKSH-Sprecher Oliver Grieve ist die Forderung der Gewerkschaft nicht nachvollziehbar: "Die Gewerkschaft hat uns eine unsystematische und unvollständige Liste mit Wünschen vorgelegt, wie die Schichten zu erhöhen sind. Dabei geht es um bis zu sieben Vollzeitkräfte mehr pro Schicht. Dies ist auf dem Pflegemarkt in Deutschland schlichtweg nicht erreichbar", sagte Grieve. Ein Angebot der Klinik, wonach mindestens 182 neue Mitarbeiter eingestellt werden sollen, nannte ver.di-Sprecher Frank Schischefsky "inakzeptabel". Er kritisierte, damit werde nur der Zustand wiederhergestellt, bevor Betten eingespart wurden. Stattdessen müsse der Bedarf an Personal pro Station und Schicht ermittelt werden.

Haustarifvertrag namens "Entlastung"

Die Pflegekräfte am UKSH wollen entlastet werden. Sie klagen an den Standorten in Kiel und in Lübeck über mehr Aufgaben, weniger Zeit und weniger Personal. So müssten Patienten abgewiesen werden oder könnten nur notdürftig versorgt werden, obwohl sie eine intensive Pflege bräuchten. Die Pflegekräfte wollen einen Haustarifvertrag namens "Entlastung". Bereits seit Ende des vergangenen Jahres verhandeln das UKSH und die Gewerkschaft ver.di darüber.

Es geht um 5.000 Beschäftigte

Das Ziel von ver.di ist, für die rund 5.000 Beschäftigten an den Standorten Kiel und Lübeck vor allem bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. So soll es eine bestimmte Anzahl von Sollstellen geben. Unterschreitet das UKSH diese, soll es Sanktionen geben. Außerdem sollen Beschäftigte, wenn sie Überstunden machen, dafür einen gerechten Belastungsausgleich bekommen.

Ver.di schließt Warnstreiks nicht aus

Für kommenden Montag haben Gewerkschaft und UKSH einen weiteren Verhandlungstermin vereinbart. Ob es bis dahin Warnstreiks gibt, ist noch offen. Im Vorfeld hatte ver.di damit gedroht, sollte es keine Ergebnisse geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.01.2020 | 12:00 Uhr

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