Stand: 21.10.2019 17:37 Uhr

Tönnies-Schlachthof: Polizei beendet Protestaktion

26 Aktivisten haben am Montag den Schlachthof Thomsen in Kellinghusen (Kreis Steinburg) blockiert. Sie drangen gegen 4 Uhr morgens auf das Gelände ein. 16 Demonstranten ketteten sich anschließend an Rampen, über die Schweine in den Schlachthof transportiert werden. Zehn weitere besetzten das Dach. Die Polizei war mit 80 Spezialkräften im Einsatz und konnte die Protestaktion am späten Nachmittag auflösen. Alle Aktivisten wurden zur Polizeidirektion Itzehoe gebracht, wo zunächst ihre Personalien aufgenommen werden sollen. Der Schlachthof, der zum Unternehmen Tönnies gehört, konnte den Betrieb wieder aufnehmen.

Zwei Eingänge blockiert

Die Aktivisten erklärten, sie blockierten mit ihrer Aktion zwei Eingänge, durch die sonst bis zu 6.000 Schweine am Tag in den Schlachthof gebracht würden. Die Aktion richte sich gegen den Betrieb und die Fleischindustrie als Ganzes. Das Unternehmen Tönnies, zu dem auch der Schlachthof in Kellinghusen gehört, sei marktführend in Deutschland. "Wir sind hier, weil Tiere ermordet werden. Wir sind hier aus Solidarität mit den Arbeitern, die unter extrem schlechten Bedingungen sehr harte Arbeit verrichten müssen, und wir sind hier im Kampf für die Natur, da die Natur unter dem Fleischkonsum extrem leidet", so ein Aktivist gegenüber NDR Schleswig-Holstein. Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt sei die Lage "überschaubar und ruhig" gewesen. Die Aktionsgruppe "Tear Down Tönnies" bekannte sich in einem Schreiben zu der Aktion.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.10.2019 | 17:00 Uhr

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