Tierheime kämpfen mit "Lockdown-Laune"

Stand: 22.06.2021 20:13 Uhr

In den Tierheimen in Schleswig-Holstein werden im Moment deutlich mehr Tiere abgegeben als in den Vorjahren. Das könnte die Tierheime auch in finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Das Tierheim Lübeck schlägt Alarm: Nach eigenen Angaben hat das Tierheim seit Ende Mai Dutzende ausgesetzte und teils vernachlässigte Tiere aufgenommen - vor allem Hundewelpen, Kaninchen und Meerschweinchen. Die Tierheimleitung führt das darauf zurück, dass sich Menschen während der Corona-Pandemie unbedacht Haustiere angeschafft haben, um die sie sich jetzt nicht mehr kümmern möchten.

Das Tierheim Itzehoe berichtet von dreimal so vielen Anrufern wie üblich, die ihre Hunde wieder abgeben möchten. Viele der Besitzer hätten die Tiere offenbar in "Lockdown-Laune" adoptiert und wollten sie jetzt wieder loswerden. Auch das Tierheim in Kiel bekommt laut eigener Aussage täglich Anrufe von Menschen, die ihre Haustiere abgeben wollen.

Tierheime stehen vor finanziellen Schwierigkeiten

Die Vorsitzende des Tierheims in Elmshorn, Brigitte Maeder, sagt, dass viele der abgegebenen Tiere aus dem Ausland stammen - aus Polen, Rumänien und der Türkei. "Was jetzt zurückkommt, sind in der Regel keine Tiere, die wir selber vermittelt haben. Das sind Tiere, die im Internet gekauft worden sind, wo niemand nachfragt, ob ich ein Tier wirklich langfristig halten und auch versorgen kann", so Maeder.

Die Tierschützerin sagt, sie habe Angst, dass es in den kommenden Monaten noch mehr Tiere werden könnten. Das könnte die Tierheime in finanzielle Schwierigkeiten bringen, wenn sich nicht mehr genügend Abnehmer für eine Vermittlung finden.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.06.2021 | 17:00 Uhr

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