Stand: 06.03.2018 14:47 Uhr

Streit um Öl-Probebohrungen: DEA lenkt ein

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Die Mittelplate, Deutschlands größtes Ölfeld, liegt im Wattenmeer vor der Dithmarscher Küste.

Seit 30 Jahren bohrt die Deutsche Erdöl AG (DEA) im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nach Öl - und fördert jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen. Weil Geologen des Konzerns im Wattenmeer weitere Reserven vermuten, wollte DEA von Pontons aus Probebohrungen machen, um gezielt zu suchen. Das führte zu jahrelangen Auseinandersetzungen. Denn für das Umweltministerium in Kiel sind solche Bohrungen mit dem Nationalparkgesetz nicht vereinbar und deshalb nicht genehmigungsfähig. Nun verzichtet DEA auf die umstrittenen Probebohrungen - und beendet damit den Streit. Nach Angaben eines Unternehmenssprechers hat der Konzern den Antrag auf diese sogenannten Explorationsbohrungen zurückgezogen und wird bis Ende 2020 auch keine neuen Anträge stellen.

Lizenz für Suche nach Erdöl oder Erdgas bis 2020 verlängert

"Die DEA hat klar gemacht, dass sie die ursprünglich geplanten Explorationsbohrungen im Nationalpark außerhalb der Mittelplate nicht mehr verfolgt. Das begrüße ich", sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). In den kommenden beiden Jahren will DEA neue technische Möglichkeiten finden, um nach den Vorkommen im Wattenmeer suchen zu können. Das soll dann von der Bohrinsel Mittelplate aus geschehen. Von dort aus darf der Konzern bis 2020 weiter nach Erdöl- und Erdgasvorkommen im Nationalpark Wattenmeer suchen. Eine entsprechende Erlaubnis hat das Bergamt in Hannover jetzt verlängert. "Trotz Verlängerung der Erlaubnis ist sichergestellt, dass Arbeiten zu Aufsuchung und Gewinnung von Erdöl im Bereich des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer nur von der Mittelplate oder von Land aus erfolgen können", betonte Habeck.

Förderlizenz bis 2049

"Wir sind uns sicher, dass die DEA mit der Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis verantwortungsvoll umgehen wird", sagte der energiepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Oliver Kumbartzky.

DEA hat eine langfristige Förderlizenz für Mittelplate, Deutschlands größtes Ölfeld, und darf noch bis 2049 dort fördern. Die Ölförderung genießt Bestandsschutz, weil die Förderanträge schon genehmigt waren, als das Nationalparkgesetz kam. Kurzum: Die Ölförderung war vor dem Nationalpark da.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.03.2018 | 13:00 Uhr

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