Stand: 19.08.2020 16:41 Uhr

Spahn im UKSH Kiel: Kliniken sollen entlastet werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) war am Mittwoch zu Besuch in Kiel. Gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) informierte er sich am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) über die dortigen Maßnahmen während der Corona-Pandemie. Nach einem Rundgang im Neubau des UKSH zeigte sich Spahn beeindruckt. Sowohl baulich, als auch technisch und digital sei es eines der modernsten Universitätsklinken bundesweit.

Lob für Pflegekräfte und Ärzte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht das UKSH in Kiel und steht neben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Beide tragen eine Maske. © dpa-Bildfunk Foto: Christian Charisius
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (rechts) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (links) haben das UKSH in Kiel besucht.

Außerdem lobte er die Leistungen der Pflegekräfte und Ärzte in der Pandemie und dankte ihnen. Zugleich räumte er ein, dass Lob allein nicht genüge, sondern die Krankenhäuser auch ausreichend finanzielle Mittel haben müssten. Spahn kündigte für September einen Gesetzentwurf an, der den Krankenhäusern in einer Art Gesamtjahresschau finanziell helfen solle. Dabei soll die Finanzlage der einzelnen Kliniken einfließen. Also, was an Erlösen erwirtschaftet werden konnte und was eine Klinik ohne Corona-Krise wahrscheinlich erwirtschaftet hätte. Die Differenz daraus solle finanzierbar gemacht werden. UKSH-Chef Jens Scholz sprach von einer guten Nachricht.

Dynamik des Virus besorgniserregend

Mit Blick auf die steigende Neuinfektionen betonte Spahn, vor allem die Dynamik sei besorgniserregend. Wichtig sei es, dass sich die Zahlen nun auch wieder stabilisierten. Er sagte, beim Feiern und bei Veranstaltungen gehe es ganz schnell mit Infektionen, darüber müssten Bund und Länder reden. Auch mit Blick auf den Karneval. Für ihn sei klar, dass man abschichten müsse. Schulen und Kitas hätten Priorität und müssten im Regelbetrieb bleiben. Auch Wirtschaft und Handel müssten vorrangig unterstützt werden, denn es gehe um den Erhalt von Arbeitsplätzen, mit denen auch das Gesundheitssystem finanziert werde, so Spahn.

Ziel: Einheitliche Regelung für Privatfeiern

Spahn zeigte sich zuversichtlich, dass Bund und Länder eine einheitliche Regelung für Privatfeiern in Corona-Zeiten finden werden. Bisher gibt es in den Ländern sehr unterschiedliche Regelungen, teils fast ohne Beschränkungen oder auch mit maximal 50 Personen in Räumen wie in Schleswig-Holstein. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) begrüßte es, dass die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten das Thema aufgreifen werde. Das Virus habe es dort leicht, "wo wir gesellig werden miteinander", so Spahn. "Ich bin nicht der Spielverderber oder der Spaßverderber, das ist das Virus", sagte er.

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Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.08.2020 | 20:00 Uhr

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