Stand: 28.06.2019 05:00 Uhr

NABU fordert generelles Rauch-Verbot am Strand

von Marc Kramhöft

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Noch sind Strände mit Rauchverbot eher die Ausnahme. Geht es nach dem Nabu, sollte das Rauchen generell an Stränden verboten werden.

Sonne, angenehme Temperaturen und die Sommerferien starten: Viele zieht es da wieder an die Strände bei uns im Land. Doch ein Thema sorgt dort für hitzige Diskussionen: das Rauchen. Denn immer wieder landen Kippen im Sand oder im Wasser. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Schleswig-Holstein fordert deshalb ein generelles Rauchverbot an den Stränden.

Verbote bisher lediglich auf Föhr

Bisher sind Zigaretten an den Küsten überwiegend erlaubt. Lediglich auf der Insel Föhr gibt es drei Strandabschnitte, an denen das Rauchen tabu ist: zwei in Wyk sowie einer in Utersum. "Die Gäste nehmen das gut an und halten sich auch an die Regeln", sagt die Sprecherin der Föhr Tourismus GmbH, Ann-Kathrin Meyerhof. Kontrollen gebe es zwar nicht, aber wenn jemand eine Zigarette raushole, bekomme er mindestens "einen bösen Blick" der anderen Besucher. An den anderen Stränden an Nord- und Ostsee sind dagegen verbreitet Strandaschenbecher bei den Tourist-Informationen oder Strandkorb-Vermietern erhältlich, die die Gäste nach ihrem Besuch wieder abgeben können. So wird es zum Beispiel an der Flensburger Förde oder der Lübecker Bucht gehandhabt.

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Soll an Stränden ein Rauchverbot gelten?

Nikotin, Arsen und Schwermetalle gelangen in Umwelt

Aus Sicht des Naturschutzbundes bleiben aber immer noch zu viele Kippen am Strand zurück. Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski fordert deshalb die Einrichtung bestimmter Raucherzonen bei einem grundsätzlichen Verbot. "So ist es ja zum Beispiel an den Bahnhöfen schon längst üblich. Wir wissen alle, welche negativen Auswirkungen Kippen haben, wenn sie in die Umwelt oder ins Wasser kommen“, erklärt er. Die Zeitschrift "Ökotest" hat etwa errechnet, dass pro Kippe zwei bis sechs Milligramm Nikotin, Arsen und Schwermetalle in die Umwelt gelangen. Demnach kann ein Zigarettenstummel bis zu 1.000 Liter Wasser verunreinigen. "Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass das schon bestehende Verbot, Kippen einfach wegzuschnippen, nicht eingehalten wird", meint Ludwichowski. Ihm zufolge würde ein generelles Rauchverbot Kontrollen erleichtern.

1.300 Kilometer Küstenlinie kontrollieren

Widerspruch kommt von der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein. Deren Geschäftsführerin Bettina Bunge betont: "Wir haben im Land rund 1.300 Kilometer Küstenlinie. Alles zu kontrollieren wäre nicht umsetzbar und ein unverhältnismäßig großer Aufwand." Stattdessen appelliert Bunge an die Gäste, verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen und die Strandaschenbecher zu nutzen: "Wir wollen familienfreundlich sein und es spielen ja auch viele Kinder im Sand."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.06.2019 | 17:52 Uhr

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