Stand: 02.03.2020 12:52 Uhr

Kieler Uni weist Mikroplastik auf Feldern nach

Die Agrarwissenschaftlerin der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU), Ivy Kay Harms, und ihre Kollegin haben insgesamt 15 schleswig-holsteinische Ackerböden auf Mikroplastik hin untersucht. Aus verschiedenen Tiefen haben sie mehr als 500 Proben gezogen. Das Ergebnis: In allen untersuchten Feldern sind kleinste Plastikteilchen nachweisbar. Weltweit gibt es nach Angaben von Harms gerade einmal vier weitere Studien, die sich mit Mikroplastik in Ackerböden beschäftigen. An der CAU forscht das Institut für Natur- und Ressourcenschutze der Agrar- und Ernährungswissenschaft gemeinsam mit dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung.

Eine Frau hämmert ein Messgerät in einen Acker.
Viel Arbeit auf dem Acker: Ivy Kay Harms zieht 500 Proben.
Herkunft des Plastiks unklar

"Ackerböden machen ein Drittel der weltweiten Landfläche aus", sagte Harms, die dieses Thema als Forschungsprojekt für ihre Masterarbeit ausgewählt hat. Die Auswertung der verschiedenen Proben war mühsam: Die Erde musste gespült und gesiebt werden. Übrig blieben Steinchen - und eben auch Plastik. Die Wissenschaftlerin sagte: "Man kann überhaupt nicht sagen, woher das Plastik genau stammt. Man kann es nur vermuten. Polyethylen zum Beispiel wird für viele Mulchfolien oder Silagefolien eingesetzt." Verpackungsmaterial für Pestizide könnte ein anderer Ursprung sein.

Albrecht: Landwirte haben häufig keinen Einfluss

Das Landwirtschaftsministerium sieht die Verantwortung nicht nur bei den Landwirten. "Häufig sind sie gar nicht unbedingt diejenigen, die darauf Einfluss haben", sagte Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Ein Problem seien Düngemittel. "Insofern müssen wir gerade bei den Produktionswegen dieser Düngemittel ansetzen und deutlich machen, dass das darin nicht enthalten sein darf." Die Wissenschaftlerin Harms wünscht sich, dass Plastik auf Ackerböden in Zukunft intensiver untersucht wird - so wie es bei Mikroplastik im Meer bereits der Fall sei.

 

 

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.03.2020 | 19:30 Uhr

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