In einer Geburtsstation liegt ein Säugling in einem Bett und hält seine eigenen Füße fest. © NDR Foto: Julius Matuschik
In einer Geburtsstation liegt ein Säugling in einem Bett und hält seine eigenen Füße fest. © NDR Foto: Julius Matuschik
In einer Geburtsstation liegt ein Säugling in einem Bett und hält seine eigenen Füße fest. © NDR Foto: Julius Matuschik
AUDIO: Gemeindevertretung: Resolution gegen Schließung der Geburtsstation (1 Min)

Henstedt-Ulzburg: Gemeindevertretung gegen Aus der Geburtsstation

Stand: 28.09.2022 11:04 Uhr

Die Gemeindevertretung Henstedt-Ulzburg hat am Dienstag eine Resolution gegen die geplante Schließung der örtlichen Geburtsstation verabschiedet. Sie soll die Verantwortlichen zum Umdenken bewegen.

Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass die Geburtsstation zum Ende des Jahres geschlossen werden soll. Dagegen hat die Gemeindevertretung jetzt eine Resolution beschlossen, die an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und seine Länderkollegin Kerstin von der Decken (CDU) verschickt werden soll. Von ihnen fordern die Gemeindevertreter, dass die medizinische Grundversorgung nicht nur in den Händen von privaten Krankenhäusern liegen sollte: "Wir hoffen, dass wir sowohl in Kiel, als auch in Berlin vielleicht die Verantwortlichen zu einem Umdenken veranlassen können. Dass es nicht gut ist, die gesamte Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung im medizinischen Bereich nur privatwirtschaftlichen Unternehmen zu überlassen, sondern mehr auch staatlichen Einfluss auszuüben", sagte Bürgervorsteher Henry Danielski (CDU).

Klinik: Geburtshilfe nicht wirtschaftlich

Eigentlich laufe die Station gut, mit erwarteten 800 bis 1.000 Geburten pro Jahr, so Danielski. Dennoch ist der Betrieb laut Klinik nicht mehr wirtschaftlich. Hintergrund seien geplante Regeln von der Politik, teilte das Krankenhaus mit. Die besagen demnach, dass künftig deutlich mehr Personal vor Ort sein muss. Das könne die Station in Henstedt-Ulzburg nicht mehr leisten. Der Entscheidung vorausgegangen waren strukturelle und personelle Veränderungen innerhalb der Klinik. So wird beispielsweise eine ausreichende kinderärztliche Versorgung am Standort nicht mehr gegeben sein.

Vor der nun verabschiedeten Resolution hatten bereits die Hebammen der Paracelsus-Klinik eine Petition gegen die Schließung der Geburtsstation gestartet. Bis zur vergangenen Woche waren 5.000 Unterschriften eingegangen. Ziel waren nach Angaben der Initiatoren 4.000. "Die großen Kliniken sind jetzt schon an ihren Grenzen. Frauen werden wegen Überfüllung und Personalmangels schon jetzt abgewiesen an andere Häuser", schreiben die Initiatoren auf der Petitionsplattform. Etwa 200.000 Menschen zwischen Neumünster und Norderstedt würden eine schnell erreichbare Gynäkologie- und Geburtenstation brauchen, finden auch die Gemeindevertreter.

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Die Anzahl der Geburtsstationen in Schleswig-Holstein nimmt seit 20 Jahren ab. Von mehr als 30 Geburtsstationen, die es zur Jahrtausendwende im Land gab, sind heute weniger als 20 übrig. Mit dem Thema beschäftigt sich in dieser Woche auch der Landtag. SPD und SSW fordern in einem Antrag, Schließungen von Geburtskliniken zu stoppen, damit weiterhin ausreichend Kapazitäten bleiben.

Zuletzt sorgte die Geburtsstation in Preetz im Kreis Plön für Schlagzeilen. Sie bleibt wegen Personalmangels vorläufig bis November geschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.09.2022 | 08:30 Uhr

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