Monika Heinold (Bündnis90/Die Grünen, l) hält eine Rede © picture alliance Foto:  Markus Scholz

Grüne mit ehrgeizigem Wahlprogramm zur Landtagswahl

Stand: 20.02.2022 17:04 Uhr

Die Grünen haben am Sonntag ihr Programm zur Landtagswahl am 8. Mai beschlossen. Zum Auftakt der zweitägigen Beratungen hatten sie am Sonnabend das Ziel bekräftigt, stärkste Kraft zu werden.

Spitzenkandidatin Monika Heinold will Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ablösen. "Mit mir habt ihr eine Spitzenkandidatin, deren Herz für soziale Gerechtigkeit und für Klimaschutz schlägt", sagte Monika Heinold am Sonnabend auf dem Parteitag. "Noch nie wurde in unserem Land so viel investiert, modernisiert und saniert wie mit mir als grüner Finanzministerin", warb sie. Die Grünen machten Politik mit der Mitte der Gesellschaft. Heinold und Landtagsvizepräsidentin Aminata Touré bilden das Spitzenduo der Grünen für die Landtagswahl.

Klimaschutz als Leitmotiv

Am Sonntag beschlossen die Grünen nach intensiven zweitägigen Diskussionen fast einstimmig ihr Wahlprogramm, in dem sie auf über 150 Seiten ihre Positionen zu allen relevanten Themen auflisten, mit Klimaschutz als Leitmotiv. Es gab 115 Ja-Stimmen, kein Nein und zwei Enthaltungen. Der Landesvorsitzende Steffen Regis sprach vom ambitioniertesten Regierungsprogramm, das Schleswig-Holstein je gesehen habe. Ein Ziel ist Klimaneutralität schon 2035. Die Grünen setzten angesichts der gewaltigen Herausforderungen mit aller Konsequenz auf Klimaschutz und duckten sich nicht weg, sagte Regis. Das Programm sei mutig, aber kein Wolkenkuckucksheim, meinte Heinold. Für den Klimaschutz wollen die Grünen auch alle geeigneten Moorflächen renaturieren und den Ausbau der Windkraft an Land auf 15 Gigawatt Leistung erweitern. Bisher waren zehn Gigawatt das Ziel.

Nein zum LNG-Terminal

Überraschung am Sonntag: Gegen den Willen ihrer Landesminister und Spitzenkandidatinnen lehnten die Grünen nach kontroverser Debatte ein Terminal für verflüssigtes Erdgas erneut klar ab und verwarfen einen Kompromiss. "Schleswig-Holstein braucht kein LNG-Terminal", steht im Beschluss. Keine Mehrheit fand ein Vorschlag, mit dem ein Terminal auf Initiative von Energieminister Jan Philipp Albrecht unter Bedingungen akzeptiert werden sollte. Hintergrund ist die Abhängigkeit von russischem Gas, mit der auch Bundesminister Robert Habeck sein Votum für ein solches Terminal begründet hat.

Weitere Informationen
Monika Heinold (Bündnis90/Die Grünen, l) und Aminata Touré (Bündnis90/Die Grünen), Spitzenkandidatinnen ihrer Partei für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 08.Mai 2022, halten das Wahlprogramm ihrer Partei in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.02.2022 | 17:00 Uhr

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