Stand: 19.12.2019 13:31 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Garg: Pflegeberufe werden durch Reform attraktiver

Künftig bekommen Auszubildende eine generalistische Pflegeausbildung, in der Inhalte aus der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege gelehrt werden.

Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) sieht das Land gut dafür gerüstet, die Reform der Pflegeberufe umzusetzen. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres entsteht dadurch ein neues Berufsbild. Die bisherigen Pflegefachberufe Altenpflege, Kranken- und Kinderkrankenpflege werden zusammengeführt. Der Pflegeberuf soll dadurch insgesamt attraktiver werden.

Inhalte der Ausbildungen werden zusammengelegt

Bisher hatten die Ausbildungen zur Kranken-, Kinderkrankenpflege und zur Altenpflege unterschiedliche Inhalte. Damit ist im kommenden Jahr Schluss. Grundsätzlich bekommen Auszubildende künftig eine sogenannte generalistische Pflegeausbildung, in der Inhalte aus allen drei Bereichen gelehrt werden. Garg sieht darin einen großen Vorteil: "Am Ende der Ausbildung kann ich mir aussuchen, ob ich in einer Langzeit-Einrichtung beispielsweise mit alten Menschen arbeiten möchte oder in einem Krankenhaus, oder ob ich mich auf Kinderpflege konzentrieren will."

Garg: Reform sorgt für Attraktivitäts-Steigerung

Der neue Ausbildungsgang ist darüber hinaus EU-weit anerkannt, so dass für die Absolventen auch die Möglichkeit besteht, danach im Ausland zu arbeiten. Vor allem für den Bereich der Altenpflege sieht Garg aber weitere Vorteile der Reform: "Zum ersten Mal ist bundesweit und einheitlich geregelt, dass niemand mehr Schulgeld für die Ausbildung mitbringen muss." Außerdem gibt es eine tariflich geregelte Vergütung.

Dass seien alles Rahmenbedingungen, die vor allem für die Altenpflege einen echten Fortschritt bedeuten, meint Garg. Er sieht durch die Reform eine Steigerung der Attraktivität, die aufgrund des Fachkräftemangels in diesem Bereich auch dringend notwendig sei.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.12.2019 | 13:00 Uhr

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