Stand: 22.11.2018 20:32 Uhr

Flüchtlingshelfer geben Auszeichnungen zurück

Für Marie-Luise Stiawa ist es ein symbolischer Akt. Die ehrenamtliche Flüchtligshelferin aus Selent sowie weitere aus Preetz und Wankendorf (Kreis Plön) haben am Donnerstag ihre Ehrennadeln zurückgegeben, die sie 2016 vom Land für die Anerkennung ihrer Integrationsleistung erhielten. Sie protestieren damit gegen eine Abschiebepraxis, die ihrer Arbeit entgegenlaufe. Stiawa richtete bei einer Kundgebung vor dem Landeshaus in Kiel einen Appell an die Politik: "Wenn ihr uns Anerkennung oder Hilfe geben könnt, dann sorgt bitte dafür, dass Menschen aus Ländern wie Afghanistan oder anderen gefährlichen Ländern hierbleiben können."

Flüchtlingshelferin steht mit einer geflüchteten Frau in einer Küche

Der Frust einer Flüchtlingshelferin

Schleswig-Holstein Magazin -

Seit 2015 betreut Marlen Grapatin eine afghanische Familie in Selent. Doch deren Asylantrag wurde trotz guter Integration abgelehnt - für die Flüchtlingshelferin unverständlich.

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Staatssekretär Geerdts "menschlich sehr beeindruckt"

Sechs Flüchtlingshelfer hatten sich stellvertretend einen Termin bei Staatssekretär Thorsten Geerdts (CDU) im Innenministerium geben lassen, um ihre Ehrennadeln zurückzugeben. Das Prozedere "Schnelle Abschiebung statt Integration" erschwere ihre Integrationsarbeit, hieß es. Hinzu komme noch ein erheblicher bürokratischer Aufwand. Die Flüchtlingshelfer beklagen auch, dass gerade in jüngerer Vergangenheit Berichte über mögliche Abschiebungen sowohl die Geflüchteten als auch die Ehrenamtlichen in Angst und Schrecken versetzt hätten. Und: Immer wieder würden auch gut integrierte Menschen in ihre Heimatländer zurückgeführt.

Geerdts dankte den Flüchtlingshelfern am Donnerstag für ihre Arbeit und sagte nach dem Treffen, er sei menschlich tief beeindruckt gewesen. Mehrere Ehrenamtler machten klar, dass sie trotz Rückgabe der Ehrennadeln ihre Flüchtlingsarbeit fortsetzen wollen - auch wenn sich die Stimmung in der Gesellschaft zulasten der Geflüchteten verändert habe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.11.2018 | 17:00 Uhr

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