Stand: 03.01.2018 12:11 Uhr

Flensburger Werft zieht Großauftrag an Land

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So soll die neue Fähre einmal aussehen, die die FSG bis 2020 fertigstellen will.

Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) hat einen neuen Großauftrag ergattert: Die Werft wird für das irische Unternehmen Irish Continental Group (ICG) - den Mutterkonzern von Irish Ferries - eine weitere Großfähre bauen. Das teilte die irische Reederei mit Sitz in Dublin mit. Die Verträge sind seit vier Tagen unterzeichnet. Rund 165 Millionen Euro soll das Schiff kosten und nach Angaben des Unternehmens die größte Passagier-Fähre der Welt werden, was die Kapazität an Fahrzeugen angeht.

1.500 Autos passen auf die neue Fähre

Nach Angaben der Werft wird die jetzt noch namenlose Riesen-Fähre später einmal 1.800 Passagiere plus Crew sowie 1.500 Autos oder 330 Lastwagen transportieren können. Laut der irischen Fährgesellschaft soll sie in Zukunft zwischen Dublin und Holyhead an der walisischen Küste pendeln und die bisherige Fähre "Ulysses" ablösen. Die Iren erhalten den Neubau voraussichtlich 2020, wenn alles nach Plan verläuft.

Das größte Projekt in der FSG-Geschichte

Mit rund 65.000 Tonnen sei es gleichzeitig auch das größte Schiff, das die FSG je gebaut hat, sagte Geschäftsführer Rüdiger Fuchs NDR 1 Welle Nord. "Wir haben zehn Monate daran gearbeitet: Einerseits, um diese größte Passagier-Fähre der Welt überhaupt darstellen zu können. Und andererseits, um sie in einem Stück bauen zu können." Die Kapazitäten seien maximal ausgereizt. "Mehr können wir mit unserer Infrastruktur nicht bieten", meinte Fuchs. Den Weg der großen Passagier-Fähren wolle man aber weiterverfolgen.

Werft hofft, ab 2020 wieder schwarze Zahlen zu schreiben

Mit dem neuen Projekt stehen nun fünf Schiffe in den Auftragsbüchern der FSG. Erst Ende November hatte die Flensburger Werft den Auftrag für zwei RoRo-Schiffe vom norwegischen Mutterkonzern Siem erhalten. Noch ist die FSG aber nicht aus der Sanierungsphase heraus. Nach mehreren Jahren, in denen die Werft mangels Aufträgen Verluste verzeichnete, bürgt das Land mit rund 38 Millionen Euro. "Es braucht wohl noch zumindest zwei Jahre, bis die Werft wieder profitabel wirtschaftet", sagte Fuchs. Aber dieser Auftrag sei ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.01.2018 | 12:00 Uhr

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