Zwei Radfahrer fahren durch die Baustelle auf der Fehmarnsundbrücke bei langsam rollenden Verkehr. © NDR Foto: Julian Marxen

Fehmarn: Baustelle soll entschärft werden

Stand: 03.06.2022 14:49 Uhr

Die Fehmarnsundbrücke wird aktuell von der Deutschen Bahn saniert. Dadurch gibt es viele Staus. Nun ist offenbar eine Lösung in Sicht - aber nicht vor Pfingsten.

Im Konflikt um die Baustelle auf der Fehmarnsundbrücke scheint Besserung in Aussicht zu sein. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) kündigte am Donnerstag an, dass die Deutsche Bahn noch in diesem Monat niedrigere Bodenplatten verlegen will. Nach Angaben eines Bahnsprechers soll dann Ende des Monats an den Platten wieder eine Geschwindigkeit von 20 km/h möglich sein. Buchholz hatte am Donnerstag sogar von "bis zu 50 km/h" gesprochen. Diese Angabe wurde allerdings am Freitag von der Deutschen Bahn korrigiert.

Aktuell sind auf der Fehmarnsundbrücke nur 10 km/h erlaubt, weil dort wegen der Bauarbeiten hohe Stahlplatten auf den Brücken-Auffahrten liegen. Das hatte unter anderem am Himmelfahrtswochenende für lange Rückstaus gesorgt. Die Bürgermeister von Fehmarn und Großenbrode (beide Kreis Ostholstein) hatten deshalb in dieser Woche einen Brandbrief an die Landes- und Bundesregierung geschrieben.

Brandbrief: Bürgermeister sehen Sicherheitsrisiko

"Über das Himmelfahrtswochenende hatten wir nunmehr den verkehrsmäßigen Supergau. Nichts ging mehr", schreiben Femmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) und Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDU). Auf der A1 hätten sich Rückstaus von über 20 Kilometern über Heiligenhafen hinaus bis nach Gremersdorf gebildet.

"Unter diesen Umständen sehen wir uns nicht im Stande, die Sicherheit der Bevölkerung, der Gäste und die zeitgerechte Verfügbarkeit der Feuerwehren, der Rettungs- und Sicherheitsdienste zu gewährleisten", betonen die Bürgermeister. Ein Sicherheitsrisiko bestünde zum Beispiel dann, wenn Menschen mit Herzinfarkt oder Schwangere schnell aufs Festland gebracht werden müssten.

Günther, Wissing und Lutz angesprochen

Gerichtet war das Schreiben an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und den Vorstandschef der Deutschen Bahn, Richard Lutz. Bund und Land müssten auf die Bahn einwirken, um umgehend "eine verkehrsgemäße Lösung zur laufenden Sanierung" zu finden.

SPD: Chaos zu Pfingsten verhindern

Die SPD-Landtagsfraktion unterstützte den Appell. Die Lage müsse schnellstmöglich entschärft werden, forderte am Mittwoch der verkehrspolitische Sprecher, Niclas Dürbrook. Ein Chaos zu Pfingsten müsse verhindert werden. Günther müsse das Thema sofort zur Chefsache machen.

Von den Problemen betroffen seien nicht nur die B207, sondern auch die Anschlussstellen auf Fehmarn mit erheblichen Folgen für den gesamten Verkehr auf der Insel und in Großenbrode, erläuterten die Bürgermeister.

Buchholz kritisiert späte Reaktion der Bürgermeister

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigte sich zunächst irritiert, dass Fehmarn erst jetzt auf das Problem reagiere: "'Guten Morgen', kann ich da nur sagen." Dennoch werde nach einer Lösung gesucht.

Die neuen Bodenplatten könnten die Situation auf der Brücke nun zumindest mit Blick auf die Sommerferien verbessern. Über das anstehende Pfingstwochenende muss jedoch mit längeren Staus gerechnet werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikel war davon die Rede, dass mit den neuen Bodenplatten eine Geschwindigkeit von "bis zu 50 km/h" möglich sein soll. Diese Angabe basierte offenbar auf einem Missverständnis und wurde inzwischen von der Deutschen Bahn korrigiert.

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Bau der Fehmarnsundbrücke © Besitz Privatarchiv Bernhard Gienau Foto: Bernhard Gienau

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.06.2022 | 17:00 Uhr

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