Daniel Günther erfreut über Unions-Kanzlerkandidat Laschet

Stand: 20.04.2021 19:41 Uhr

Die Kanzlerkandidaten-Frage in der Union ist geklärt. Es wird der CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet - sehr zur Freude von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther.

Nach langem Ringen hinter den Kulissen ist Armin Laschet vom CDU-Bundesvorstand zum Spitzenkandidaten der Union für die Bundestagswahl ernannt worden. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) begrüßt es, dass die sogenannte K-Frage damit beantwortet ist. Das sei etwas gewesen, was die Parteien, aber auch die Wählerinnen und Wähler dringend erwartet hätten. "Und natürlich freue ich mich ausdrücklich darüber, dass Armin Laschet Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl im September wird", sagte Günther, der sich vorab schon klar hinter den CDU-Bundesvorsitzenden gestellt hatte.

Günther: Respekt für Markus Söder

Günther war es aber offensichtlich ein großes Anliegen, Laschets Konkurrenten Markus Söder (CSU) in seiner Rolle zu loben. "Großen Respekt für Markus Söder", sagte Günther, "nicht nur, dass er seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt hat, sondern auch für die Art, die auch in den letzten Tagen dazu beigetragen hat, dass wir eine gemeinsame Lösung gefunden haben." Söder habe die Lösung möglich gemacht, indem er klar gesagt habe, dass er das Votum des Bundesvorstandes akzeptieren und Laschets Kandidatur unterstützen wolle.

Auch in SH Sympathien für CSU-Chef

Nach Aussage von Günther hat es in der CDU große Sympathien für Söder gegeben, auch im schleswig-holsteinischen Landesverband. "Es gab viele Rückmeldungen von Mitgliedern, die seine Kandidatur ausdrücklich begrüßt haben", sagte Günther - und fügte hinzu: "Es war keine einheitliche Sache, es war durchaus auch umstritten in der Partei." In den vergangenen Tagen hatte es viele Stimmen für Söder gegeben, unter anderem hatte sich die Junge Union (JU) für den CSU-Vorsitzenden ausgesprochen.

Unterschiedliche Meinungen im Land

Zufrieden zeigte sich der Kreisvorsitzende aus Dithmarschen, Volker Nielsen. In seinem Kreisverband hätten es viele kritisch gesehen, wie spät Söder den Hut in den Ring geworfen habe. Heiner Rickers, CDU-Vorsitzender im Kreis Steinburg, meinte dagegen, Söder wäre die bessere Wahl gewesen, das höre er aus dem Kreisverband schon seit einigen Monaten.

Armin Laschet gehe gestärkt aus der Auseinandersetzung hervor, glaubt der Pinneberger CDU-Chef Christian von Boetticher. Und der CDU-Kreisvorsitzende aus Kiel, Tobias von der Heide, blickt nach vorne und meint: Es sollte künftig einen gemeinsamen Parteitag von CDU und CSU geben können, um einen Kanzlerkandidaten zu küren und das gemeinsame Wahlprogramm zu verabschieden. Da müsse man an die Satzung ran.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.04.2021 | 17:00 Uhr

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