Stand: 16.01.2020 17:10 Uhr

Bauern brechen wieder zu Sternfahrten auf

Die Bauern vereinen sich wieder zum gemeinsamen Protest und nutzen den Start der Agrarmesse Grüne Woche am Freitag, um gemeinsam für ihre Interessen zu demonstrieren. Unter dem Motto "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch" wollen in Schleswig-Holstein erneut Hunderte Landwirte mit ihren Treckern zu Sternfahrten aufbrechen.

Starts und Strecken der Treckerdemo am 17. Januar

  • Start in Mölln um 6 Uhr. Fahrt über die B207 von Mölln nach Lübeck, dann über die L184 weiter zur B76 über Eutin und Plön bis nach Preetz. Von dort über die B76 bis in das Stadtzentrum von Kiel.
  • Start in Preetz um 9 Uhr. Fahrt über die B76 bis ins Kieler Stadtzentrum.
  • Start in Schuby (Pendlerparkplatz am Neukrug) um 9 Uhr. Fahrt über die B76 über Eckernförde und Gettorf bis Kiel und über die Kiellinie bis auf den Exerzierplatz.
  • Start in Groß Vollstedt um 9 Uhr. Fahrt über Achterwehr, Rendsburger Landstraße, nach Kiel und über den Russeer Weg weiter bis auf den Exerzierplatz.
  • Start in Schmalstede um 9 Uhr. Fahrt über die L318 über Grevenkrug und Molfsee, über die B404 bis ins Stadtgebiet Kiel.
  • Start in Kiel-Moorsee um 9:30 Uhr. Fahrt bis ins Stadtgebiet Kiel.
  • Kundgebung auf dem Heider Marktplatz von 11 bis 13 Uhr. Die Anreise landwirtschaftlicher Fahrzeuge und Teilnehmer erfolgt individuell, nicht als Sternfahrt.
  • Start um 3 Uhr in Hamberge (Kreis Stormarn) zur Demonstration in Berlin

Einschränkungen im Verkehr erwartet

Von sechs Orten im Land geht es für die Treckerfahrer schon morgens nach Kiel: Schuby (Kreis Schleswig-Flensburg), Preetz (Kreis Plön), Mölln (Kreis Herzogtum Lauenburg), Groß Vollstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Schmalstede (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Kiel-Moorsee. Bis zu 1.000 Landwirte mit ihren Traktoren werden in der Landeshauptstadt am Vormittag zu einer Kundgebung auf dem Exerzierplatz erwartet. Weil die Stellflächen auf dem Exer aufgrund der Teilnehmerzahl offensichtlich nicht ausreichen werden, stellt die Landeshauptstadt Kiel zusätzlich noch den Wilhelmplatz zur Verfügung, der ab 10 Uhr gesperrt sein wird. Außerdem sind der Parkplatz am Ostseekai und auch ein Fahrstreifen der Kaistraße in Fahrtrichtung Norden als Ausweichfläche geplant und werden bei Bedarf ebenfalls gesperrt.

Eine Schlange aus mehreren Treckern steht auf der Straße. Am Anfang fährt ein roter Trecker mit einem Demo-Schild, auf dem "No Farmers. No Food. No Future" steht. © NDR Foto: Christian Wolf
Zahlreiche Bauern in Schleswig-Holstein brechen am Freitag wieder zu gemeinsamen Sternfahrten auf.

Ein Konvoi mit bis zu 200 Teilnehmern soll zudem von Hamberge (Kreis Stormarn) nach Berlin starten. Außerdem ist noch eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Heide geplant. 600 bis 700 Teilnehmer mit 300 bis 350 Traktoren werden erwartet. Verkehrsteilnehmer sollten sich laut Polizei auf erhebliche Verzögerungen einstellen - auch im Rückreiseverkehr nach Abschluss der Versammlungen. Die Konvois werden polizeilich begleitet und abgesichert.

Seit Monaten protestieren Bauern bundesweit gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. Viele fürchten um ihre Existenz, da sie glauben, nicht mehr wirtschaftlich arbeiten zu können, wenn sie alle Punkte einhalten. Die Landwirte kritisieren auch die gestiegenen bürokratischen Vorgaben. Außerdem sind viele Bauern sauer, weil sie sich übergangen fühlen. Sie hatten kein Mitspracherecht und wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.

Weitere Demos auf der Grünen Woche in Berlin

Landwirte aus ganz Deutschland sind außerdem auf dem Weg nach Berlin. Dort wollen sie ebenfalls gegen die Agrarpolitik demonstrieren. Zur Grünen Woche werden mehr als 1.800 Aussteller aus 72 Ländern aus den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau erwartet. Die Organisatoren rechnen mit 400.000 Besuchern in den Messehallen am Berliner Funkturm.

Weitere Informationen
Bauern nehmen an einer Trecker-Demo teil in Heide.

Gegen das Agrarpaket: Traktor-Demos im Norden

Tausende Landwirte sind am Freitag mit ihren Treckern zu Protestveranstaltungen in Hannover, Kiel, Heide und Bremen unterwegs gewesen. In Mecklenburg-Vorpommern gab es "Rundkurs-Demos". mehr

Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern stehen mit ihren Treckern bei einer Protestaktion gegen das Agrarpaket der Bundesregierung im Rostocker Stadthafen.

FAQ: Fragen und Antworten zum Bauernprotest

Landwirte protestieren gegen das geplante Agrarpaket der Bundesregierung. In MV arbeiten knapp 25.000 Menschen in der Landwirtschaft. Zum Thema beantworten wir die wesentlichen Fragen. mehr

Mit Eiskristallen überzogene Gräser stehen auf einem Acker in der Region Helmstedt vor der Sonne. © dpa-Bildfunk Foto: Holger Hollemann

Zur Sache: Die Zukunft der Landwirtschaft

Kein anderer Wirtschaftszweig ist so lebensnotwendig wie die Landwirtschaft. Doch die Erzeugung von Lebensmitteln birgt zunehmend Probleme. Darüber haben wir in unserer Sendung Zur Sache gesprochen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.01.2020 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Frank Roselieb, Krisenforscher

Corona: Kieler Forscher kritisiert Krisenkommunikation

Der Kieler Krisenforscher Roselieb findet: Die Politik müsse ihre Maßnahmen besser erklären. Das Krisen-Management laufe an sich gut. mehr

An einem Stand auf einem Wochenmarkt im Berliner Stadtteil Steglitz werden Mund-Nasenbedeckung zum Kauf angeboten. © Kay Nietfeld/dpa Foto: Kay Nietfeld

Corona: 136 neue Infektionen in SH gemeldet

Seit Beginn der Pandemie sind in Schleswig-Holstein 6.284 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. mehr

Eine Person steckt einen Tupfer mit einem Rachenabstrich in ein Teströhrchen. © picture alliance Foto: Hendrik Schmidt

Corona: Auch Kreis Pinneberg knackt Inzidenzwert von 35

Es ist nach Dithmarschen, Stormarn und Ostholstein der vierte Kreis in SH. Hinzu kommt die Stadt Neumünster. mehr

Autos fahren zum deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Corona: Wer darf in Dänemark einreisen und wer nicht?

Wegen der Corona-Lage dürfen Deutsche nur noch mit triftigem Grund nach Dänemark reisen. Was bedeutet das für Schleswig-Holsteiner? mehr

Videos