Stand: 11.05.2019 14:25 Uhr

Auf der Suche nach dem besten Gewässerrandstreifen

Fische, Amphibien, Insekten, Vögel und Säugetiere ziehen sich in Wasserrandbereiche zurück. Sie sind damit ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere. Das ist mit ein Grund, warum sogenannte Gewässerrandstreifen so wichtig sind. Und es gilt - je breiter, desto besser. Außerdem verhindern sie Erdrutsche am Ufer. Doch trotz vieler wichtiger Funktionen stehen diese Gewässerrandstreifen nicht im Blick der Öffentlichlichkeit.

Um das zu ändern, suchen der Heimatbund und der Landesverband der Wasser- und Bodenverbände den besten Gewässerrandstreifen des Landes. Landbesitzer, die ihren Bächen, Seen und Auen ausreichend Platz am Ufer lassen, damit sie sich natürlich entwickeln können, sollen sich melden. Eine Jury aus Umwelt- und Landwirtschaftsexperten sucht bis Herbst 2019 unter den Bewerbern den ökologisch wirksamsten Gewässerrandstreifen heraus.

Trennlinie zwischen Gewässer und Landwirtschaft

Eine besondere Bedeutung haben die Streifen für die Gewässereinheit. Ist der Randstreifen zu schmal, könnten Sedimente oder Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe, die auf benachbarte Felder ausgebracht werden, leicht durch Wind oder Regen in die Gewässer gelangen und diese verunreinigen. Die Gewässerrandstreifen sind also eine effektive Trennlinie zwischen Natur und Landwirtschaft. Aber nur solange sie nicht von Drainagen unterlaufen werden.

Aktuell dürfen Äcker bis auf einen Meter an die Oberkante des Gewässerrandstreifens bestellt werden. Wird Dauergrünland wieder umgepflügt, muss ein Abstand von fünf Metern eingehalten werden. Das sei zu wenig, sagen auch die Wasser- und Bodenverbände des Landes. Gemeinsam mit dem Heimatbund fordern sie an ausgewiesenen, sogenannten Vorranggewässern, einen Gewässerrandstreifen von zehn Metern einzurichten - wenn das möglich ist. Der Landesverband versucht Landwirten Gewässergrenzland abzukaufen, und dieses in Randstreifen umzuwandeln.

Gewässerrandstreifen an die Natur anpassen

Die Gewässerrandstreifen sollten von unterschiedlichen Pflanzen bewachsen sein. Denn jede Pflanze zieht andere Stoffe aus dem Boden. Doch nicht überall bieten sich die gleichen Pflanzen an. In der Geest haben Flüsse und Bäche in der Regel eine höhere Fließgeschwindigkeit als in der Marsch. Holger Gerth vom Heimatbund erklärt: Während sich Bäume und Sträucher in der Geest als Nahrungs- und Schattenspender anböten - reiche die Kraft des Wassers in der Marsch nicht aus, um Laub und Äste abzutransportieren.

Vor allem Bäche und Flüsse müssten sich ihr eigenes Bett suchen können. "Ein Gewässer würde immer schwunghaft durch die Landschaft gehen. Kein Gewässer würde, wenn es nicht kanalisiert ist, gerade durch die Landschaft gehen", so Holger Gerth.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.05.2019 | 19:30 Uhr

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