Stand: 14.10.2019 15:35 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Ab 2022 sollen Akku-Elektrozüge durchs Land rollen

Verkehrsminister Bernd Buchholz und Jure Mikolčić, Deutschland-Chef des internationalen Bahnherstellers Stadler, haben in Kiel den neuen Akku-Elektrozug vorgestellt.

Der Bahnverkehr in Schleswig-Holstein soll grüner werden: Auf den bisher nicht elektrifizierten Bahnstrecken fahren bald Elektrozüge mit Akkus. Die meisten Regionalzüge im Land fahren noch mit Dieselantrieb. Am Montag haben Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und Jure Mikolčić, Deutschland-Chef des Schweizer Bahnherstellers Stadler, den Liefervertrag für die 55 neuen Triebwagen unterzeichnet. "Mich freut besonders, dass diese Lösung auch so wirtschaftlich ist", sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur.

Nachholbedarf bei der Elektrifizierung

29 Prozent - so groß ist der Anteil an elektrifizierten Bahnstrecken in Schleswig-Holstein und damit der geringste aller deutschen Bundesländer. Mithilfe der Elektrozüge gelinge ein Stück der nötigen Elektrifizierung des Bahnverkehrs, ohne in teure Oberleitungen investieren zu müssen, fasste Buchholz zusammen. Die neuen Triebwagen seien nicht nur emissionsfrei, sondern über den Investitionszeitraum gerechnet fahre das Land damit sogar etwas günstiger als mit Dieseltriebwagen. Kosten für die Anschaffung und Wartung der 55 E-Züge: 600 Millionen Euro über 30 Jahre.

Buchholz erhofft sich mehr Wettbewerb

Das Land kauft die Züge, übergibt sie dann an ein Unternehmen, das wiederum die Züge an einen Betreiber vermietet. Die Ausschreibung dafür läuft bereits. "Wenn das Land das Zugmaterial stellt, dann können sich mehrere Verkehrsunternehmer als Aspiranten darauf bewerben. Das schafft Wettbewerb und das schafft auch schlicht und ergreifend ein bisschen Konkurrenz für die Deutsche Bahn", betonte Buchholz.

Ab 2022 sollen die ersten Züge rollen

Die Elektrobahnen vom Typ "Flirt Akku" haben 124 Sitzplätze. Sie sind leiser, barrierefrei, klimatisiert und mit WLAN ausgestattet. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 Kilometer pro Stunde. Die Akkus sind auf dem Dach montiert. Ihre Reichweite soll bis zu 150 Kilometer betragen. Sie werden an den Oberleitungen vor allem in den Bahnhöfen Kiel, Neumünster, Flensburg, Lübeck, Lüneburg sowie auf der Strecke Osterrönfeld-Jübek aufgeladen. Für die Instandhaltung der Wagen soll Stadler verantwortlich sein. Dafür sind in Rendsburg und Neumünster Werkstätten geplant. "Gerade nach den Erfahrungen auf der Marschbahn, aber auch in anderen Netzen, war es uns wichtig, den Hersteller mit in die Alltagsverantwortung zu nehmen", sagte Buchholz. Die ersten Züge sollen im Dezember 2022 über die Schienen rollen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.10.2019 | 12:00 Uhr

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