Stand: 14.03.2018 19:22 Uhr

17-Jährige getötet: Obduktionsergebnis liegt vor

Nach dem gewaltsamen Tod einer 17-Jährigen in Flensburg sitzt ein 18 Jahre alter Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Wie die Polizeidirektion in der Stadt mitteilte, hatte das Amtsgericht Flensburg Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Die Jugendliche war am Montagabend mit schweren Stichverletzungen in ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gefunden worden. Rettungskräfte konnten sie nicht mehr reanimieren. Die Obduktion durch Rechtsmediziner der Universität Kiel brachte am Mittwoch Gewissheit: Die junge Frau wurde erstochen.

Mutmaßlicher Täter rief den Rettungswagen

Das Tatwerkzeug, eine Stichwaffe, wurde sichergestellt. Der mutmaßliche Täter sei am Montag am Tatort gewesen und er habe auch den Rettungswagen gerufen, hatte die Polizei bereits zuvor bekanntgegeben. Die Auswertung der ersten Spurenlage habe einen Tatverdacht gegen den jungen Mann ergeben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Asylbewerber. "Gestern hatten wir zur Staatsangehörigkeit noch keine Sicherheit, jetzt wissen wir: Er ist Afghane", sagte die Leitende Staatsanwältin in Flensburg, Ulrike Stahlmann-Liebelt. Der 18-Jährige lebe seit 2015 in Deutschland. Sein Asylantrag sei zwar abgelehnt worden, die Entscheidung aber nicht rechtskräftig. "Das Verfahren läuft noch, so dass dem Mann der Aufenthalt hier noch weiter gestattet ist", erklärte Stahlmann-Liebelt.

Hatten Opfer und Verdächtiger eine Beziehung?

Das Opfer und der 18-Jährige hatten nach den bisherigen Ermittlungen denselben Freundeskreis. Ob beide eine Beziehung führten, werde derzeit geprüft. "Wir müssen jetzt Ermittlungen im Umfeld versuchen und herausfinden, um welche Art Beziehung es sich gehandelt hat", so die Leitende Staatsanwältin. Nach ihren Worten hat sich der Tatverdächtige vor dem Haftrichter weder zum Motiv und noch zu Hintergründen der Tat geäußert.

Oberbürgermeisterin Lange ist "schockiert"

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) äußerte sich am Mittwoch bestürzt über die Ereignisse. "Ich bin grundsätzlich schockiert, weil das ein so tragischer Vorfall ist", sagte sie. "Ich hoffe, dass die Ermittlungen sehr schnell Aufschluss darüber geben, was tatsächlich passiert ist."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.03.2018 | 13:00 Uhr

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