Stand: 18.04.2018 15:46 Uhr

Giftige Köder: Greifvögel in Cappeln getötet

In Cappeln im Landkreis Cloppenburg haben Unbekannte offenbar einen groß angelegten Anschlag auf Greifvögel verübt. In einem Waldstück entdeckten Naturschützer des NABU und Polizisten in einem rund fünf Hektar großen Bereich zahlreiche mit Gift bestrichene Ringeltauben, andere vergiftete Tierkadaver sowie Eier mit Injektionslöchern. In der Umgebung lagen nach Angaben des NABU insgesamt neun tote Greifvögel: sieben Mäusebussarde und zwei Habichte. Außerdem wurden mehrere tote Rabenvögel gefunden.

Ein Toter Greifvogel

Greifvögel vergiftet - Jäger unter Verdacht

Hallo Niedersachsen -

In einem Waldgebiet nahe dem Ort Cappeln wurden zwei tote Habichte und sieben tote Mäusebussarde gefunden. Sie wurden offenbar vergiftet. Die Polizei ermittelt bei den örtlichen Jägern.

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Gift offenbar auch für Menschen gefährlich

Die präparierten Vogelkadaver waren den Angaben zufolge blau gefärbt - ein Hinweis darauf, dass ein hochwirksames Kontaktgift verwendet wurde, heißt es vom NABU. Nicht nur für Tiere, die damit in Berührung kommen, sondern auch für Menschen könne ein solches Mittel tödlich sein, betonte der NABU-Kreisvorsitzende im Landkreis Vechta, Ludger Frye.

NABU: Jäger müssen tote Vögel bemerkt haben

Der Naturschutzbund fordert Konsequenzen für örtliche Jäger: Sie müssten den Angriff bemerkt haben, das Ausmaß der toten Vögel hätten sie nicht übersehen können, so Frye. Das Auslegen der giftigen Köder müsse über einen längeren Zeitraum geschehen sein, darauf deuteten unterschiedlich alte Köder und Opfer hin. Dieser Angriff sei "nichts, was hier einmalig geschieht", sagte Frye. Auch die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben "in Kreisen der örtlichen Jägerschaft", wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Die verendeten Vögel würden derzeit untersucht. Der NABU fordert, die Jagdscheine aller im Revier tätigen Jäger vorübergehend einzuziehen, "bis der gesamte Straftatbestand und die persönlichen Verantwortlichkeiten aufgeklärt sind".

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 18.04.2018 | 17:00 Uhr

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