Verunreinigtes Wasser in Langenhagen: Waschen wieder erlaubt

Stand: 07.11.2020 16:43 Uhr

Vermutlich illegal zugeführte Reinigungsmittel haben das Trinkwasser in 2.000 Haushalten in Langenhagen (Region Hannover) verunreinigt. Inzwischen ist Wäsche waschen und duschen wieder möglich.

Seit Freitag dürfen alle Betriebe und Haushalte in den noch betroffenen Straßenzügen laut Versorger Enercity das Wasser wieder für "haushaltsübliche Waschzwecke" nutzen. Konkret ist also das Waschen, Baden, Duschen, Abwaschen und Blumen gießen wieder möglich. Die Untersuchung der belasteten Proben habe ergeben, dass die äußerliche Anwendung bedenkenlos möglich sei. Zuvor müssten aber die Leitungen gespült werden. Weiterhin nicht erlaubt ist es, das Wasser zu trinken oder damit Speisen zuzubereiten. Zunächst hatte Enercity erklärt, das Wasser könne auch wieder zum Zähneputzen verwendet werden, teilte dann aber später mit, vom Zähneputzen und weiterer Mund-Nasen-Augen-Hygiene mit Leitungswasser sei weiterhin abzusehen. Bevor das Wasser überall wieder uneingeschränkt nutzbar ist, müsse dessen einwandfreie Qualität nachgewiesen sein, so Enercity.

Komplette Freigabe in diesen Straßen

Rund 20 Prozent der betroffenen Haushalte können das Trinkwasser bereits seit Donnerstag wieder voll nutzen. Dazu zählen folgende Anschriften:

  • Am Pferdemarkt komplett
  • Breimerwinkel
  • Emil-von-Behring-Straße 1-5 (ungerade Nummern), 2-10 (gerade Nummern)
  • Leibnizstraße komplett
  • Robert-Koch-Straße Nummer 1 bis einschließlich Nummer 46
  • Virchowstraße komplett bis auf Nummern 1-4, 5, 5B und 6
  • Walsroder Straße, komplett bis auf Nummer 171

Übrige Haushalte werden durch Tanks versorgt

Allerdings sollten die Leitungen mehrfach durchgespült werden, um alle Reste des belasteten Wassers zu entfernen, sagte ein Stadtwerke-Sprecher, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Infoblatt zur Wasserverschmutzung in Langenhagen finden Sie hier. Für die übrigen Haushalte in dem betroffenen Gebiet rund um den Ernst-Reuter-Damm stehen an insgesamt sechs Standorten weiterhin Tankwagen mit Wasser bereit. Allein das Technische Hilfswerk (THW) verteilt nach eigenen Angaben seit vergangenem Donnerstag an seinen Ausgabestationen täglich rund 14.000 Liter Wasser.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Als Ursache für die Verunreinigung vermutet der Versorger ein Reinigungsmittel, das illegal ins Wassernetz gelangt ist. Das hätten Proben ergeben, heißt es. Diese wurden von einem Speziallabor in Karlsruhe untersucht. Wer den Schaden verursacht hat, ob eventuell ein Gewerbebetrieb dafür verantwortlich sein könnte, stehe aber noch nicht fest. Der Versorger hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Vergleichbare Fälle kennt er bisher nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 06.11.2020 | 17:00 Uhr

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